Donnerstag, 1. Januar 2015

Herzlich Willkommen 2015

Liebes Jahr 2015,

herzlich Willkommen, du vielversprechendes Jahr 2015. Wir haben sehr viel Hoffnung in dich gelegt und hoffen, dass du uns nicht enttäuschen wirst.

Das Jahr 2014 haben wir heute Nacht mit vielen und teuren Sylvester-Raketen verbannt und hoffen, dass damit auch die bösen Geister verschwunden sind.

Du fängst schon sehr vielversprechend an - mit deinem wunderschönen Sonnenwetter. Sind das vielleicht schon die Vorboten für bessere Zeiten?

Ich setze ganz viel Vertrauen in dich und hoffe, dass du mich nicht enttäuschen wirst. In 2015 möchte ich keine weiteren Sterne hinzubekommen. 

Lass uns beide unsere Hände reichen und die kommenden 12 Monate gemeinsam bestreiten, liebes Jahr 2015. Es könnte wundervoll werden, wenn wir nicht gegeneinander arbeiten.

Liebe Grüße
Lisa

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachten

Dieses Jahr, war ein besonderes Jahr. Besonders deshalb, weil es schmerzhaft war und weil ich gemerkt habe, dass man auch aus noch so tiefen Löchern wieder herauskriechen kann.
Das Schicksal kann mir nicht mehr so viel anhaben. Es kann mich noch so demütigen oder mich auf den Erdboden zerren - es wird mich nicht klein bekommen. Ich werde mich immer wieder aufrichten können - egal, wie schwer die Verletzungen und Schmerzen auch sein mögen.

Dieses Jahr hat mich gelehrt demütig zu sein. Ich habe gelernt, das Leben nicht mehr als Selbstverständlichkeit anzusehen. Es ist nicht selbstverständlich, in einer Demokratie und dadurch in Freiheit und Frieden zu leben. Es ist nicht selbstverständlich, einen gut bezahlten Job zu haben und in einer guten Wohngegend zu wohnen. Es ist nicht selbstverständlich, jeden Tag ein warmes Essen mit hochwertigen Lebensmitteln essen zu können. Und es ist eben auch nicht selbstverständlich, dass man gesund ist und Kinder bekommen kann. 

Ich habe vor diesen ganzen Ereignissen oftmals voreilige Schlüsse gezogen, Menschen und deren Lebensentscheidungen und Lebensweisen kritisiert oder schlecht gemacht, weil ich nur in schwarz und weiß gedacht habe. Nie ist mir in den Sinn gekommen, dass es da vielleicht auch Grauzonen gibt, über die man einfach nichts wusste.

Ich lebe jetzt auch in dieser Grauzone, über die nur wenige Bescheid wissen. Viele Menschen urteilen über mich und verurteilen mich nun auch, weil sie nur das Schwarze oder Weiße sehen. Aber über die Grauschattierungen werde ich sie nicht informieren.

Irgendwann wird für alle Menschen einmal der Tag kommen, an dem Ihnen die Augen geöffnet werden und sie endlich in der Lage sind, die Grauzonen sehen zu können. 

Ich bin froh, dass ich sie nun endlich sehe - alle Graunuancen. Ich habe es nun endlich verstanden!

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest - genießt die Farbenpracht in all ihren Nuancen!

Montag, 15. Dezember 2014

Die Sache mit Weihnachten

Letztes Jahr um diese Zeit waren mein Lieblingsmann und ich der felsenfesten Überzeugung, dass wir im nächsten Jahr schon zu dritt unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Tja, theoretisch hätte das auch hingehauen. Denn schließlich war ich im Januar schon schwanger. Aber wie das Ganze endete, wisst ihr ja.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, als ich schon im November in euren Blog las, dass die Weihnachtszeit für uns Kinderwunschlerinnen eine schreckliche Zeit ist. Im November dachte ich noch, dass ich ganz souverän und ohne einen einzigen Gedanken an den Kinderwunsch an der Weihnachtszeit vorbei spaziere. Aber dem ist ganz und gar nicht so.

Am Wochenende war ich in der Metro einkaufen und bin durch die hiesige Spielzeugabteilung gegangen. Natürlich hielten sich in der Abteilung auch viele Familien mit ihren kleinen Kindern auf, die ganz aufgeregt ihre Weihnachtswunschlisten angepasst haben ;-) 

Auf den Weihnachtsmärkten sehe ich viele frischgebackene Eltern mit ihren winzigen Säuglingen vorbeihuschen. Man erkennt das Glück dieser "frischen" Eltern und den Großeltern immer wieder in den Augen. Das große Glück, dass sie in diesem Jahr "vollständig" ihr Weihnachtsfest feiern können.

Die Werbung im Fernsehen, die nur glückliche Familien - meist mehrere Generationen - zeigt. Warum verbindet man ein glückliches Weihnachtsfest immer mit einer großen Familie inklusive Kinder? 

Auf der Arbeit berichten mir die Kollegen von den Weihnachtsfeiern und -Ritualen mit ihren Kindern.

Meine beste Freundin aus Kindheitstagen feiert ihr erstes Weihnachten mit Kind.

Für meine Nichten und Neffen suche ich nach schönen Geschenken und stelle Weihnachtstüten zusammen.

Gestern habe ich unseren Weihnachtsbaum geschmückt - nur für uns zwei.

In diesem Jahr habe ich einem Flüchtlingskind seinen Weihnachtswunsch erfüllt und hoffe, dass es dadurch ein klein wenig glücklicher ist am Heiligen Abend.

Keine Ahnung warum, aber es scheint an der Jahreszeit zu liegen. Auf einmal stellen nicht eingeweihte Freunde, Bekannte und Kollegen Fragen oder treffen Aussagen, die auf die Kinderlosigkeit zielen.

Das alles verursacht einen immer stärkeren Schmerz in der Magengrube. 

Ich könnte das alles ertragen, wenn ich die Gewissheit hätte, dass wir im nächsten Jahr zu Weihnachten auch vollständig sind. 

Ich würde es eher ertragen können, wenn in diesem Jahr meine zwei Sternenkinder nicht an meiner Seite wären. 




Dienstag, 9. Dezember 2014

Nur noch 22 Tage...

... dann ist dieses miese Jahr endlich beendet. Pünktlich um 0:00 des neuen Jahres, werde ich 2014 den Stinkefinger zeigen, ihm noch einmal kräftig, aber richt kräftig, in den Allerwertesten treten und mit einem richtig festen Tritt einen Tiefen Abhang herunter stürzen lassen. Danach werde ich viele große Holzäste anzünden und dem Jahr 2014 hinterherwerfen. Auf das es sich anzündet und vollständig verbrennt. Es darf nichts mehr, als Staub zurück bleiben, von diesem widerlichen und miesen Verräter. Zum Schluss werde ich ein kleines Loch graben, den ganzen Staub dort einbuddeln und wieder ganz feste mit Erde bedecken. Und last but Not least, werde ich immer wieder auf die Stelle treten, einen Freudentanz tanzen und meine Stinkefinger in Richtung "Grab" richten.

Jawoll, liebes Jahr 2014. Das werde ich mit dir machen. Komm bloß nicht auf die Idee, von den Toten aufzuerstehen oder in der Seele von 2015 weiterzuleben. Ich will dich nämlich nie wieder sehen - auch nicht in meinen Träumen. Bleib einfach von mir weg. Ziehe noch deine letzten Runden, aber bitte ohne mich. Für mich hast du in diesem Jahr schon genug getan - und zwar nur schlechtes. 


Dienstag, 2. Dezember 2014

Schöne Worte - "Wiederfinden"

"Denn wenn etwas uns fortgenommen wird, 
womit wir tief und wunderbar zusammenhängen, 
so ist viel von uns selber mit fortgenommen. 
Gott aber will, daß wir uns wiederfinden, 
reicher um alles Verlorene und vermehrt um jeden unendlichen Schmerz."

- Rainer Maria Rilke

Sonntag, 30. November 2014

Das Wesen der Dinge und der Liebe

Eine gute Freundin hat mir dieses Buch geschenkt:


Heute morgen habe ich angefangen das Buch zu lesen. Und dies sind die ersten Sätze, die mir wirklich sehr nahe gegangen sind:


Mittwoch, 19. November 2014

Achtung - wildgewordene Kinderwunschfrau in Deutschland gesichtet!

Jaaaa, lange habt ihr nichts mehr von mir gehört. Aber bei mir passiert in Sachen Kinderwunsch momentan auch nicht viel. Mein Lieblingsmann kommt nicht so richtig in die Pötte und so gehe ich mal davon aus, dass wir irgendwann mal im Jahre 2015 oder vielleicht auch erst im Jahre 2016 wieder mal eine Kinderwunschklinik besuchen werden. Vielleicht auch erst dann, wenn ich in die Wechseljahre komme? Man weiß es nicht so recht. Das Ganze ist halt eeeeecht stressig für ihn und bedenkt bitte den operativen Eingriff. Deswegen hat er sich jetzt auch dafür entschieden, dass wir nur ein Kind bekommen (oder Zwillinge). Aber ein zweites Mal würde er das nicht durchstehen. 

..... Hört ihr gerade eine hysterische Frau bei euch in der Nähe schreien? Das bin ich. Ich laufe gerade laut schreiend durch die Straßen und bin kurz davor durchzudrehen. Entschuldigt bitte, dass ich euer Abendessen störe. Hört auch gleich wieder auf .....

Ich bin ein kleines bisschen wütend, weil ich das Verhalten meines Lieblingsmannes überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wir können gerade aus organisatorischen Gründen keinen Termin in der Klinik machen. Er ist derjenige, der dieses organisatorische Problem jedoch relativ fix beheben könnte. Aber er behebt es nicht. Stattdessen kommt er jeden Tag mit neuen Argumenten, warum er es nicht geschafft hat. Bittet ihn jedoch ein Freund um einen Gefallen, kann er sich immer direkt darum kümmern - auch, wenn es viel Zeit kostet. Komisch, oder?

Witzig finde ich auch, dass er sich immer über seinen besten Freund aufregt. Der sei ja ein Jammerlappen und bewertet vieles immer so negativ.

Komisch, die KiWu-Behandlung (obwohl wir sie ja noch nicht mal gestartet haben und er "lediglich" eine kleinere Aufgabe dabei zu lösen hat, bewertet er auch vorn vornherein als anstrengend und so belastend, dass er diese Prozedur nicht für ein zweites Kind wiederholen wollen würde. Lass mich noch mal überlegen: wer muss Hormone nehmen und sich kurzen operativen Eingriffen unterziehen? Ach ja, das war ja ich! Komisch - und ich, der ewige Pessimist - sehe das natürlich als Belastung an, denke aber jedoch, dass ich das meistern könnte. Schließlich gibt es da ja ein wunderbares Ziel vor meinen Augen. Natürlich ist es gerade etwas naiv zu glauben, dass wir überhaupt zwei Kinder bekommen können. Aber sowohl der Gedanke an eine dauerhafte Kinderlosigkeit als auch der Gedanke an mehrere Kinder, sind Dinge, mit denen ich mich täglich auseinandersetze.

Seltsamerweise ist er aber total optimistisch - nein, eigentlich überzeugt davon, dass es direkt bei der ersten Behandlung klappen wird. Deshalb brauchen wir ja auch nicht zu heiraten. Er regt sich ständig darüber auf, dass ich - wie ich behaupte - realistisch an die Behandlung herangehe, und alle Optionen (Kinderlosigkeit vs. mehrere Behandlungen bis zum Erfolg vs. erste Behandlung ist erfolgreich) in Betracht ziehe.

Ich fühle mich gerade so, als wäre ich in einem Irrgarten, durch den viele verwirrte Menschen laufen und sich mir ständig in den Weg stellen. Ich finde keinen Weg heraus. Und wenn ich das Gefühl habe, dass sich da vielleicht den richtigen Weg einschlage, stellt sich mir ein Verrückter in den Weg und macht mich "kirre".

So, ich gehe jetzt noch mal ne Runde schreiend um den Block. Geht aber auch ganz schnell. Ihr müsst also keine Angst haben, dass ihr wegen der Lärmbelästigung vielleicht nicht schlafen könnt.