Jetzt sind es nur noch drei Tage, dann beginnt unsere zweite und hoffentlich letzte ICSI. Pünktlich zum 1. Januar beginnen wir mit der ersten Stimulations-Spritze. Na, wenn das mal kein einzigartiger Start ins neue Jahr ist?
Ich bin derzeit inmitten meines Weihnachtsurlaubs. Seit dem 17.12. habe ich bereits Urlaub und der ist noch gaaaanz lange nicht vorbei. Das Ende ist erst in der zweiten Januar-Woche in Sicht :-). Und ich bin so etwas von tiefenentspannt - das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Es war absolut die richtige Entscheidung die Behandlung genau zu diesem Zeitpunkt anzufangen. Hin und wieder hatten wir tatsächlich überlegt, ob wir die Behandlung tatsächlichen zwischen Feiertagen und mitten im Urlaub starten wollen. Ob das so eine gute Idee ist. Aber nein, gerade fühlt es sich genau richtig an. Mir geht es nach den unendlich vielen Wochen mit Migräne zurzeit richtig gut. Zudem vertrage ich die Pille diesmal auch deutlich besser als das letzte Mal.
Was habe ich in diesem Vorzyklus anders gemacht als das letzte Mal?
Punkt 1: Kein Stress!
Urlaub zu Hause gegönnt und nur schöne Dinge gemacht (lange geschlafen, 3 lange Spaziergänge mit dem Hund, gut gegessen, viel gebacken und gekocht, gelesen, schöne Filme und Serien angeschaut, mit Freunden und Familie getroffen)
Punkt 2: L-Thyroxin und die Pille mit großen zeitlichen Abstand eingenommen.
In Hashimoto-Foren habe ich gelesen, dass man das L-Thyroxin und die Pille möglichst mit großem Zeitabstand einnehmen soll. Und genau das habe ich dieses Mal auch getan: morgens früh nach dem Aufstehen das L-Thyroxin und Abends gegen 19h die Pille.
Punkt 3: L-Thyroxin-Dosis erhöht
Zudem habe eigenständig entschieden die L-Thyroxin-Dosis zu erhöhen und dies obwohl meine KIWU-Ärztin meinte, dass dies nicht notwendig sei. Wobei sie bestätigt hat, dass man L-Thyroxin bei regelmäßiger Pilleneinnahme erhöhen muss. Auf seriösen KIWU-Seiten habe ich allerdings auch Beiträge von Ärzten gelesen, dass eine höhere Dosierung von bis zu 25 Einheiten den Gesundheitszustand des Patienten verbessert. Ich habe meine Dosis nun von 50 Einheiten auf ca. 68 Einheiten erhöht. Und ganz ehrlich? Mir geht es deutlich besser.
Punkt 4: Vitamine
Ich habe dieses Mal eine große Anzahl an Zusatzvitaminen zu mir genommen (Orthomol natal, Ferro Sanol Duodenal, Folio jodfrei, Omega 3 Kapseln).
Keine Ahnung welcher dieser vier Punkte meinen Zustand so überdurchschnittlich verbessert - vielleicht ist es auch die Kombination aus allen - aber mir geht es gerade richtig, richtig gut. Kein Dauermüdigkeits-Zustand mehr, keine Kopfschmerzen, keine Stimmungsschwankungen, keine Heulattacken, keine Ängste.
Es gibt allerdings noch einen Punkt, den ich in der obigen Auflistung vergessen und bei dem ich mir vorgenommen habe, ihn über die komplette zweite Behandlung nicht zu verwerfen oder außer Acht zu lassen...
Punkt 5: Zuversicht
Dieses Mal werde ich nur positiv an diese Behandlung herangehen. Ich werde nicht gleichzeitig die ganze Zeit die Notbremse ziehen aus der puren Angst heraus ein Negativ zu kassieren. Ich werde diese Angst dieses Mal nicht mehr zulassen, keinen einzigen negativen Gedanken. Denn schließlich mache ich diese Behandlung nur aus einem einzigen Grund: weil da ein Funken Hoffnung besteht, dass wir auf diesem Wege ein Kind bekommen können. Hoffnung bedeutet Zuversicht zu haben, dass es tatsächlich klappen kann. Wenn ich von vornherein negativ an die Behandlung dran gehe, kann ich es eigentlich auch direkt sein lassen. Oder nicht?
Und dann habe ich mir noch etwas ganz feste vorgenommen: ich werde mich selbst nicht verrückt machen, indem ich versuche jedes Symptom zu interpretieren. Ich habe es bereits nach dem letzten Negativ geschrieben... Aber das gute an einer zweiten Behandlung ist, dass man bereits eine Behandlung hinter sich gebracht hat und weiß was auf einen zukommt. Ich bin ein Kontrollfreak und komme schwer in völlig neuen Situationen zurecht. Das Wissen um die Behandlung, die Medikamente und alle die Symptome der Medikamente entspannt mich nun ungemein. Ich weiß nun, dass das Progesteron echte Schwangerschaftssymptome hervorruft und ich mir daher solange keine Hoffnungen zu machen brauche, bis ich das Blutergebnis habe.
Am Ende des letzten Jahres war ich froh, dass es endlich vorbei war. Das Jahr 2014 hatte mir zwei Sternenkinder beschert. Das aktuelle Jahr 2015 ist also schon einmal definitiv besser gewesen als 2014, weil wir diesmal kein weiteres Kind haben gehen lassen müssen. Auch, wenn die erste ICSI negativ verlaufen ist, so war 2015 insgesamt kein schlechtes Jahr. Schließlich haben mein Lieblingsmann und ich in 2015 geheiratet. Allein schon deshalb war es ein wundervolles Jahr. Und dann sind in 2015 natürlich auch noch viele andere schöne Dinge geschehen. Natürlich auch nicht so schöne Dinge, aber diesen Dingen möchte ich alles andere als viel Gewicht geben.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf das 2016 uns all unsere Wünsche erfüllt. Zudem grüße ich noch meine beiden Sternenkinder, die mich in 2015 jeden Tag begleitet haben und auf meine kleine Familie aufgepasst haben.
Alles Liebe - wir lesen uns wieder in 2016
P.S.: Seit einigen Jahren lese ich übrigens fast täglich den wunderbaren Lebens-Blog von Frau Landgeflüster. Eine wahre Perle im Blogger-Universum (dieser Blog hat nix mit KIWU zu tun). Wer einen ganz unaufgeregten und nicht gesponserten Blog über die tägliche Schönheit des Lebens lesen möchte, dem kann ich die Zeilen von Frau Landgeflüster nur empfehlen. Es ist jeden Tag eine wahre Wohltat für mich, ihren Blog zu lesen und mich wieder daran zu erinnern, dass man sich auch an den Kleinigkeiten des Lebens sehr erfreuen kann.
Hier geht es um das Thema (wiederholte) Eileiterschwangerschaft, künstliche Befruchtung, ungewollte Kinderlosigkeit, ICSI
Dienstag, 29. Dezember 2015
Mittwoch, 9. Dezember 2015
Johnny du hast recht - man sollte immer auf seinen eigenen Tanzbereich aufpassen!
Ich bedanke mich auf diesem Wege erst einmal vielmals für eure wirklich hilfreichen Kommentare zu meinem letzten Post. Sie haben mich zum Nachdenken gebracht und in der Tat auch geholfen.
Heute geht es mir zum Glück wieder sehr gut. Ich war letzte Woche beruflich in einer anderen Stadt unterwegs. Hingeflogen bin ich mit der Air Berlin, bei der vor Abflug auch immer kostenlose Zeitschriften verteilt werden. Als ich ins Flugzeug stieg, war nur noch die Zeitschrift Myway übrig, die eigentlich für Frauen ab den Wechseljahren gedacht ist. Nichts desto trotz stieß ich in der Zeitschrift auf mehrere Artikel, die irgendwas zum Positiven in mir bewegt haben. Ein Artikel handelte u. a. auch davon, dass man negativen Gedanken und Gefühlen nicht so viel Raum geben darf. Denn dann werden sie übermächtig und überschatten auch all die Guten Dinge im Leben. Ebenso ist es zwar richtig die schlimmen Dinge aus der Vergangen zu bearbeiten, aber man soll versuchen sie nicht als etwas nur Negatives wahrzunehmen, sondern stattdessen ein Fazit daraus ziehen. Welche Erkenntnis ziehe ich aus den Dingen in der Vergangenheit? Und wie schaffe ich es mit diesem Wissen Dinge in der Zukunft anders und besser zu gestalten? Letztendlich erklärt unsere Biografie, warum wir heute so sind wie wir sind und so handeln wie wir handeln. Niemand kann seine Biografie aus der Vergangenheit ändern. Aber jeder kann aus seiner vergangenen Biografie lernen und versuchen die zukünftige Biografie zu lenken - denn diese ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Sie ist formbar - nicht in jeder Hinsicht. Aber ich habe die Macht zu beurteilen, wie ich mein Jetzt und Morgen wahrnehme.
Mein Kinderwunschweg ist holprig. Er stellt eine echte Lebenskrise dar. Und es ist völlig normal, dass das eine belastende und durchaus stressende Situation für mich und meinen Lieblingsmann ist. Erinnert ihr euch noch an die Szene aus "Dirty Dancing", in der Johnny seiner Baby erklärt, dass jeder seinen eigenen Tanzbereich hat und der andere dort nicht eindringen darf?
Mir ist aufgefallen, dass ich mit dem Negativ meinen Tanzbereich aufgegeben habe und alle negativen Dinge & Personen in meinen Tanzbereich habe eindringen lassen. Die negative Kinderwunschbehandlung, meine nicht-netten Kollegen, meinen Job, meine Vergangenheit... Ich bin in meinem eigenen Tanzbereich in die Knie gegangen, habe mich ganz klein gemacht und meine Arme versucht schützend über mich zu halten. In der Hoffnung, dass ich dadurch ganz unauffällig werde. Stattdessen hat das Negative jedoch angefangen über mich herzufallen und mich noch weiter in die Ecke gedrängt und mich angefangen zu treten.
Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich ständig versuchen würde geradeaus weiterzugehen. Stattdessen wurde ich aber durch eine Wand aufgehalten, bei der ich ständig abgeprallt bin. Aus irgendeinem naiven Grund bildete ich mir ein, durch diese Mauer laufen zu können. Stattdessen lief ich aber mit jedem neuen Versuch mit noch deutlicherer Wucht gegen die Mauer - nicht nur mit dem ganzen Körper, sondern auch mit dem Gesicht. Ich schlug mir die Zähne aus, brach mir die Nase und das Kinn und lief blutüberströmt immer weiter und immer wieder gegen die Mauer. Irgendwann bin ich zum Glück ohnmächtig zusammen gebrochen. Obwohl ich den Schmerz ignoriert habe, hat mein Körper instinktiv gehandelt und mich lahm gelegt.
Und jetzt einige Tage später, habe ich riesige Verbände am Körper. Aber ich stehe wieder, habe meine Arme ausgebreitet fülle meinen kompletten Tanzbereich aus und bin bereit den nächsten Tango zu tanzen. Zudem sehe ich, dass die Mauer gar nicht durchgehend ist, sondern man auf Umwegen auf die andere Seite des Weges kommt.
Was habe ich aus dem bisherigen Kinderwunschweg gelernt und was kann ich für die Zukunft besser machen?
Ich kann das Ergebnis des Kinderwunschweges nicht beeinflussen. Ob ich jemals ein Kind bekommen werde, liegt nicht in meiner Hand. Aber ich kann selber beeinflussen, wie ich diesen Weg bestreite. Kapsle ich mich ab und lebe in einem Schneckenhaus oder lebe ich mein Leben in vollen Zügen und vergesse/ignoriere die Härte des Kinderwunschweges. Ich habe für mich entschieden, dass mein Weg irgendwo dazwischen ist. Ich brauche für mich die Phasen, in denen ich mich auf mich allein konzentriere zurzeit mehr denn je. Aber ich benötige auch ebenso die Phasen, in denen ich nach draußen gehe, mich mit Freunden treffe und das Leben genieße. Ich kann im Moment nicht jede Weihnachtsfeier mitnehmen. Das schaffe ich nicht und das muss ich auch nicht. Aber ich werde auch nicht jede Feier absagen. Ich gehe nur zu den Feiern hin, wo ich wirklich Lust darauf habe und bei denen ich 100% weiß, dass sie mir gut tuen werden. Wichtig ist, dass ich den Kinderwunsch nicht so groß werden lasse und er meinen gesamten Tanzbereich einnimmt. Er ist ein wichtiger Bestandteil von mir und meines aktuellen Lebensabschnittes - aber eben nur ein Bestandteil. Auch andere Themen müssen Platz in meinem Leben finden. Der Kinderwunschweg ist zurzeit etwas größere als andere Themen - aber das ist auch ok. In jedem Lebensabschnitt gibt es ein Projekt, dass mehr Platz einnimmt als andere. Bis vor einigen Jahren war es mein Studium; nach dem Studium die Jobsuche etc. Diese Projekte dürfen nur nicht so viel Raum einnehmen, dass sie andere Projekte ersticken.
Was habe ich aus den Konflikten auf der Arbeit gelernt und was kann ich in Zukunft besser machen? Wenn ich mich klein mache, wirken meine Kollegen automatisch größer und können Macht auf mich ausüben. Ich muss meinen mir nicht so wohl gesonnen Kollegen, ebenbürtig gegenüber treten, damit sie sehen, dass ich genau so groß bin wie sie. Zudem konzentriere ich mich jetzt wieder lieber auf diejenigen Kollegen, die mir wirklich wohl gesonnen sind. Es gibt nur zwei Kolleginnen die mir nicht wohl gesonnen sind, aber im Gegenzug 40 Kollegen, die mir außerordentlich wohl gesonnen sind und mich wirklich mögen (nur leider in anderen Abteilungen sind). Ich muss mich also gar nicht klein machen! Es macht - so kurz vor der nächsten Behandlung - jetzt auch überhaupt keinen Sinn sich für einen anderen Job zu bewerben und sich noch mehr Stress anzutun. Das ist jetzt meine Entscheidung - wie lange ich mit dieser Entscheidung glücklich bin, entscheide ich. Ich habe das selber in der Hand! Das ist ein ganz wichtiger Aspekt, um von diesem Ohnmachtsgefühl loszukommen, dass wir KiWu-Frauen doch Tag für Tag mit uns "herumschleppen".
Generell ist es für mich wichtig zu wissen, dass ich doch vieles selbst in der Hand habe. Ich habe so vieles in der Hand, und zwar:
Heute geht es mir zum Glück wieder sehr gut. Ich war letzte Woche beruflich in einer anderen Stadt unterwegs. Hingeflogen bin ich mit der Air Berlin, bei der vor Abflug auch immer kostenlose Zeitschriften verteilt werden. Als ich ins Flugzeug stieg, war nur noch die Zeitschrift Myway übrig, die eigentlich für Frauen ab den Wechseljahren gedacht ist. Nichts desto trotz stieß ich in der Zeitschrift auf mehrere Artikel, die irgendwas zum Positiven in mir bewegt haben. Ein Artikel handelte u. a. auch davon, dass man negativen Gedanken und Gefühlen nicht so viel Raum geben darf. Denn dann werden sie übermächtig und überschatten auch all die Guten Dinge im Leben. Ebenso ist es zwar richtig die schlimmen Dinge aus der Vergangen zu bearbeiten, aber man soll versuchen sie nicht als etwas nur Negatives wahrzunehmen, sondern stattdessen ein Fazit daraus ziehen. Welche Erkenntnis ziehe ich aus den Dingen in der Vergangenheit? Und wie schaffe ich es mit diesem Wissen Dinge in der Zukunft anders und besser zu gestalten? Letztendlich erklärt unsere Biografie, warum wir heute so sind wie wir sind und so handeln wie wir handeln. Niemand kann seine Biografie aus der Vergangenheit ändern. Aber jeder kann aus seiner vergangenen Biografie lernen und versuchen die zukünftige Biografie zu lenken - denn diese ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Sie ist formbar - nicht in jeder Hinsicht. Aber ich habe die Macht zu beurteilen, wie ich mein Jetzt und Morgen wahrnehme.
Mein Kinderwunschweg ist holprig. Er stellt eine echte Lebenskrise dar. Und es ist völlig normal, dass das eine belastende und durchaus stressende Situation für mich und meinen Lieblingsmann ist. Erinnert ihr euch noch an die Szene aus "Dirty Dancing", in der Johnny seiner Baby erklärt, dass jeder seinen eigenen Tanzbereich hat und der andere dort nicht eindringen darf?
Mir ist aufgefallen, dass ich mit dem Negativ meinen Tanzbereich aufgegeben habe und alle negativen Dinge & Personen in meinen Tanzbereich habe eindringen lassen. Die negative Kinderwunschbehandlung, meine nicht-netten Kollegen, meinen Job, meine Vergangenheit... Ich bin in meinem eigenen Tanzbereich in die Knie gegangen, habe mich ganz klein gemacht und meine Arme versucht schützend über mich zu halten. In der Hoffnung, dass ich dadurch ganz unauffällig werde. Stattdessen hat das Negative jedoch angefangen über mich herzufallen und mich noch weiter in die Ecke gedrängt und mich angefangen zu treten.
Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich ständig versuchen würde geradeaus weiterzugehen. Stattdessen wurde ich aber durch eine Wand aufgehalten, bei der ich ständig abgeprallt bin. Aus irgendeinem naiven Grund bildete ich mir ein, durch diese Mauer laufen zu können. Stattdessen lief ich aber mit jedem neuen Versuch mit noch deutlicherer Wucht gegen die Mauer - nicht nur mit dem ganzen Körper, sondern auch mit dem Gesicht. Ich schlug mir die Zähne aus, brach mir die Nase und das Kinn und lief blutüberströmt immer weiter und immer wieder gegen die Mauer. Irgendwann bin ich zum Glück ohnmächtig zusammen gebrochen. Obwohl ich den Schmerz ignoriert habe, hat mein Körper instinktiv gehandelt und mich lahm gelegt.
Und jetzt einige Tage später, habe ich riesige Verbände am Körper. Aber ich stehe wieder, habe meine Arme ausgebreitet fülle meinen kompletten Tanzbereich aus und bin bereit den nächsten Tango zu tanzen. Zudem sehe ich, dass die Mauer gar nicht durchgehend ist, sondern man auf Umwegen auf die andere Seite des Weges kommt.
Was habe ich aus dem bisherigen Kinderwunschweg gelernt und was kann ich für die Zukunft besser machen?
Ich kann das Ergebnis des Kinderwunschweges nicht beeinflussen. Ob ich jemals ein Kind bekommen werde, liegt nicht in meiner Hand. Aber ich kann selber beeinflussen, wie ich diesen Weg bestreite. Kapsle ich mich ab und lebe in einem Schneckenhaus oder lebe ich mein Leben in vollen Zügen und vergesse/ignoriere die Härte des Kinderwunschweges. Ich habe für mich entschieden, dass mein Weg irgendwo dazwischen ist. Ich brauche für mich die Phasen, in denen ich mich auf mich allein konzentriere zurzeit mehr denn je. Aber ich benötige auch ebenso die Phasen, in denen ich nach draußen gehe, mich mit Freunden treffe und das Leben genieße. Ich kann im Moment nicht jede Weihnachtsfeier mitnehmen. Das schaffe ich nicht und das muss ich auch nicht. Aber ich werde auch nicht jede Feier absagen. Ich gehe nur zu den Feiern hin, wo ich wirklich Lust darauf habe und bei denen ich 100% weiß, dass sie mir gut tuen werden. Wichtig ist, dass ich den Kinderwunsch nicht so groß werden lasse und er meinen gesamten Tanzbereich einnimmt. Er ist ein wichtiger Bestandteil von mir und meines aktuellen Lebensabschnittes - aber eben nur ein Bestandteil. Auch andere Themen müssen Platz in meinem Leben finden. Der Kinderwunschweg ist zurzeit etwas größere als andere Themen - aber das ist auch ok. In jedem Lebensabschnitt gibt es ein Projekt, dass mehr Platz einnimmt als andere. Bis vor einigen Jahren war es mein Studium; nach dem Studium die Jobsuche etc. Diese Projekte dürfen nur nicht so viel Raum einnehmen, dass sie andere Projekte ersticken.
Was habe ich aus den Konflikten auf der Arbeit gelernt und was kann ich in Zukunft besser machen? Wenn ich mich klein mache, wirken meine Kollegen automatisch größer und können Macht auf mich ausüben. Ich muss meinen mir nicht so wohl gesonnen Kollegen, ebenbürtig gegenüber treten, damit sie sehen, dass ich genau so groß bin wie sie. Zudem konzentriere ich mich jetzt wieder lieber auf diejenigen Kollegen, die mir wirklich wohl gesonnen sind. Es gibt nur zwei Kolleginnen die mir nicht wohl gesonnen sind, aber im Gegenzug 40 Kollegen, die mir außerordentlich wohl gesonnen sind und mich wirklich mögen (nur leider in anderen Abteilungen sind). Ich muss mich also gar nicht klein machen! Es macht - so kurz vor der nächsten Behandlung - jetzt auch überhaupt keinen Sinn sich für einen anderen Job zu bewerben und sich noch mehr Stress anzutun. Das ist jetzt meine Entscheidung - wie lange ich mit dieser Entscheidung glücklich bin, entscheide ich. Ich habe das selber in der Hand! Das ist ein ganz wichtiger Aspekt, um von diesem Ohnmachtsgefühl loszukommen, dass wir KiWu-Frauen doch Tag für Tag mit uns "herumschleppen".
Generell ist es für mich wichtig zu wissen, dass ich doch vieles selbst in der Hand habe. Ich habe so vieles in der Hand, und zwar:
- wann ich die Behandlung durchführe
- in welcher Klinik ich die Behandlung durchführe
- bei welchem Arzt in der Klinik ich die Behandlung durchführe
- ob ich mich während der Behandlung krankschreiben lasse (was ich tuen werde!)
- wie viel Raum ich der Behandlung in meinem Leben gebe
- ob ich bestimmte Themen überhaupt in meinen Tanzbereich lasse
- wie viel Zeit ich mir nehme, um einen Weg zu bestreiten
- wer überhaupt das Recht hat, mich kritisch zu hinterfragen
- mit wem ich befreundet sein möchte
- aber auch umgekehrt: wer mit mir befreundet sein darf
- wen ich lieben möchte
- und wer mich lieben darf
- ....
Diese Liste könnte ich jetzt unendlich weiterführen. Wichtig war in den letzten Tagen für mich, dass ich nicht ohnmächtig sein muss. Ich kann Dinge beeinflussen und bestimmen! In diesem Sinne... Back to life, back to reality!
Ich bin dann schon einmal in den Vorzyklus gestartet und wurde die ersten drei Tage mit Migräne gesegnet. Aber das scheint jetzt doch wieder vorbei zu sein. Parallel nehme ich noch ein kleines Potpourrie von Vitaminen (Orthomol natal, Omega 3 Fettsäuren, Eisen, Folsäure). Ich hatte in einem anderen Beitrag geschrieben, dass es wohl positive Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Vitaminen und der Schwangerschaftsrate gibt. Hier die entsprechenden Erkenntnisse aus dem Netz:
- Höhere Schwangerschaftsrate durch Omega 3 Fettsäuren
- Höhere Schwangerschaftsrate durch Vitaminkombi (die Praxis empfiehlt Fertilovit F)
Alles Liebe euch!
Mittwoch, 2. Dezember 2015
Wenn einen die Vergangenheit einholt
Achtung: jetzt folgt ganz viel Seelenmüll. Wer derzeit keine negativen Gedanken lesen möchte, verlässt am besten direkt wieder diesen Blog und schaut wieder in sonnigeren Zeiten vorbei (die es ganz bestimmt und bald wieder geben wird).
Ein Vater, dessen Mutter bereits in der Kindheit starb und der damit nie zurecht gekommen ist. Ein Vater, der mit der Krankheit meiner Mutter nicht klar kommt, aber trotzdem bei ihr bleibt - bis heute.
Weder meine Schwester noch ich waren geplant. Sie war ein Unfall, und ich hätte - laut Frauenarzt meiner Mutter - eigentlich gar nicht mehr gezeugt werden können. So wirklich gewollt waren wir nie. Meine Mutter war nie in der Lage mich wirklich zu lieben. Hat mich nie in den Arm nehmen können. Mir nie gesagt, dass sie mich liebt, an mich glaubt, mir Dinge zutraut. Mein Vater stand ständig in Konkurrenz zu mir, hat mich immer schlecht gemacht, weil er alles besser konnte. Ich war nie schlank - im Gegensatz zu meinen Eltern und meiner Schwester. Aber ich war auch niemals dick. Und ganz bestimmt nicht pummelig. Wenn ich heute Fotos von mir als Kind sehe, sehe ich ein schlankes und sehr hübsches Mädchen. Maximal 2-3 Kilo zu viel - aber definitiv nicht der Rede wert. Meine Familie sah das aber anders, auch meine Großeltern und meine Tanten und Onkeln. Ich sei dick, sagten sie mir immer. Ein hübsches Gesicht hätte ich, aber zu viel auf den Rippen. Ich habe mich immer geschämt. Die Sommerurlaube am Strand waren das Schlimmste überhaupt, weil ich da ja im Badeanzug herumlaufen musste. Begutachtet von den kritischen Blicken meiner Familie. Ich habe meinen Körper sehr gehasst, so sehr gehasst. Dann kam noch hinzu, dass ich nicht so gut in der Schule war. Ich war einfach durch und durch ein schwieriges Kind - das schwarze Schaf in der Familie, um das sich meine Eltern immer Sorgen machen mussten. Ich war kein selbstbewusstes Mädchen - alles andere als das. Freunde durfte ich nie zu mir einladen, weil meine Mutter Angst hatte, dass meine Freunde darüber lästern könnten wie wir leben. Auch Kindergeburtstage durfte ich nicht feiern. Und dennoch - ich hatte immer sehr viele Freunde und war beliebt. Trotz alledem. So ein mieser Mensch kann ich nicht gewesen sein.
Ich habe das viele Jahre nicht verstanden. Was das alles mit mir macht. Dass das alles eine Auswirkung hat. Als ich 14 Jahre alt war, habe ich dann aufgehört zu essen. Es fühlte sich so gut an endlich schlank zu sein und unter 40 Kilo zu wiegen - in kürzester Zeit ganze 27 Kilo weniger. Buoh - da hatte ich wirklich was geschafft! Ich hatte endlich was, was ich kontrollieren konnte und was ich wirklich gut konnte. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich richtig gut fühlte. Frei. Auch ich konnte was. Ich war nicht in ganzer Linie ein Versager. Das Hochgefühl wechselte immer häufiger in depressive Phasen. Ich wünschte mir immer öfters mich in Luft aufzulösen. Nicht mehr da zu sein. Und ich hatte das ganz alleine in der Hand. Ich alleine konnte entscheiden, wann ich diesem Leben ein Ende setzen konnte. Aber da war immer wieder ein kleiner Funke Lebenswille. Ich weiß nicht was mich am Leben gehalten hat, aber da gab es damals was.
Meine Eltern sperrten mich immer öfters mit einem Teller voller Essen in meinem Zimmer ein und wollten mich erst herauslassen, wenn ich gegessen hätte. Aber diesen Gefallen tat ich ihnen nicht. Ich habe in meinem Zimmer geschrien, dass ich selber entscheide wann ich esse. Dass ich selber am besten wüsste, ob ich Hunger habe. Und ich hatte einfach keinen Hunger - ganz im Gegenteil. Ich war pappsatt. Ich war übersättigt.
Sie redeten nicht mit mir darüber, nahmen mich nicht in den Arm, sagten mir nicht, dass sie mich lieben. Nein, sie sperrten mich stattdessen ein. Meine Mutter nahm meine Krankheit jedoch zum Anlass sich selbst mal wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Wie schwer sie es doch mit einer magersüchtigen Tochter hat. Sie erzählte das auf Familienfeiern, in ihrem Freundeskreis während ich daneben saß. Aber mit mir redete sie nicht. Mit mir redete niemand.
Ich hätte damals eine Therapie machen müssen. Aber meine Eltern waren nicht in der Lage sich darum zu kümmern oder kamen nicht auf die Idee - ich weiß es nicht. Ich kam dann irgendwann selber wieder oberflächlich da raus - ca. 2 Jahre später. Ich habe angefangen viele Bücher über diese Krankheit zu lesen. Erkannte mich selbst wieder und meinte, dass ich mich selber therapieren könnte. Zumindest wog ich wieder knapp 50 Kilo. Für alle Außenstehenden war ich scheinbar wieder gesund. Aber eigentlich dauerte es 14 Jahre bis ich wieder ganz normal und ohne schlechtes Gewissen essen konnte und ich meinen Körper wieder einigermaßen akzeptierte. Ganz weg ist das alte Gedankengut nicht. Aber ich habe es im Griff. Nichts desto trotz ist "Essen" weiterhin mein Seelenventil.
Dieses Paket namens "nicht verarbeitete Lebensgeschichte" verfolgt mich bis heute und macht mir das Leben heute schwerer denn je. Es ist gerade so präsent und es kommt immer wieder hoch. Und ich weiß, dass die fehlende Therapie dieses Lebensabschnitts mir derzeit das Leben zur Hölle macht. Mich gerade unglücklich macht, weil ich gerade keine Handlungsoptionen sehe.
Die beiden Eileiterschwangerschaften und der aktuelle Kinderwunschweg führen mich an meine Belastungsgrenzen. Diese Dinge haben etwas in mir ausgelöst, irgendwelche alten Wunden aufgerissen. Ich bin seit diesen Ereignissen nicht mehr der gleiche Mensch wie zuvor. Mir fehlt die Kraft mich mit Dingen auseinanderzusetzen, mich mit schwierigen Menschen auseinanderzusetzen. Ich würde mich am liebsten zwei Monate lang in meiner Wohnung verbarrikadieren und nicht mehr rausgehen. Einfach nur lesen, Tee trinken, gute Dinge essen, mit meinem Lieblingsmann und meinem Lieblingshund kuscheln und den Rest der Welt für diesen Zeitraum ausblenden. Ich bilde mir ein, dass ich dadurch wieder genug Energie tanken werde, um danach wieder stark genug für die Welt zu sein. Dass ich all den Mist auf dieser Welt wieder mit einem Lächeln entgegen treten kann.
Wo ist diese verdammte Leichtigkeit geblieben, die ich so lange in mir hatte? Wo ist sie hin und wo und wann habe ich sie verdammt noch mal verloren? Haben meine beiden Sternenkinder sie direkt mit zu den Sternen genommen? Ich möchte sie wieder zurück haben, diese Leichtigkeit, diese Unbeschwertheit. Aber wie schaffe ich das? Ich habe nach langer Zeit überhaupt keine Idee für eine Lösung. Ich stecke gerade in einer Sackgasse, in einem dunklen Raum ohne Türen und Lichtschalter. Wie komme ich da wieder raus? Ich weiß es nicht.
Meine Blog ist meine Therapie - es tut mir leid, dass ich euch mit meinem Seelenmüll konfrontiere. Aber das muss einfach raus. Ich melde mich garantiert mit positiveren Gedanken wieder zurück. Versprochen!
Sonntag, 22. November 2015
Fazit der 1. ICSI: Migräne und zusätzliche 4 Kilo
Da bin ich nun: kurz vor der nächsten ICSI und sowas von unzufrieden mit mir selbst, meinem Leben, meinem Job und sowieso der ganzen Welt.
Bereits 1 Tag nach dem Besuch in der Kinderwunschklinik fing das Drama an: Kopfschmerzen. Eine kurze Erinnerung: mein Termin in der Klinik war am 09. November - heute haben wir den 22. November. Anfangs dachte ich noch, dass das alles irgendwie mit dem bescheuerten und und viel zu warmen Herbst zusammenhängt und nach zwei Tagen wieder verschwindet. Aber nein, die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer. Ich hatte - nach vielen, vielen Jahren - mal wieder richtige durchgehende Migräneattacken. Aber fragt nicht nach Sonnenschein. Ich hatte das früher regelmäßig. Aber seit einigen Jahren habe ich das nur noch ganz, ganz selten und dann maximal 2 oder 3 Tage. Bereits damals hatte man einen Zusammenhang zwischen der Pille und der Migräne angenommen.
Tja, und in den letzten zwei Wochen kam sie dann wieder, die liebe Migräne, und besuchte mich ganze zwei Wochen kang. Es ging nix mehr, wirklich gar nix mehr. Ich habe mich jeden Tag zur Arbeit geschleppt und jeden Tag ein, zwei, drei Dolormin Extra eingeschmissen. Aber die wirkten schon vom ersten Tag nicht richtig und dann schon nach zwei Tagen gar nicht mehr, so dass ich auf richtige Migräne-Tabletten umsteigen musste.
Und dann dämmerte es mir selber schon ein wenig: das sind die Nachwirkungen der ICSI.
Denn seit Ende August bis zum negativen Bluttest Mitte Oktober habe ich jeden Tag Hormone zu mir genommen. Mit dem negativen Bluttest habe ich die Medikamente (Famenita und Progynova) von einem Tag auf den anderen komplett abgesetzt. Meinem Körper hat das alles andere als gefallen und bedankte sich daher mit einer sog. Hormonentzugs-Migräne. Ich hatte dieses Vergnügen nun ganze zwei Wochen lang. Seit gestern scheinen sie vorbei zu sein - aber noch traue ich dem Braten nicht.
Ich bin hierzu nun mit meiner Klinik im Austausch. Wenn meine Migräne bis zum Start der Migräne noch anhält, darf ich keinesfalls mit dem Vorzyklus beginnen. Es bleibt also spannend. Aktuell bin ich auch noch hin- und hergerissen, ob ich meinem Körper im Dezember schon die nächste Hormonzufuhr antuen soll - sofern die Migräneattacke jetzt überhaupt vorbei ist - oder er nicht doch noch ne Pause braucht. Aber das entscheide ich nächste Woche.
Desweiteren kommt noch hinzu, dass ich bei Migräne immer das Bedürfnis habe viel zu essen. Ich habe bei Migräne immer das Gefühl, dass meinem Körper irgendetwas fehlt und deshalb esse ich besonders gerne zuckerhaltige Lebensmittel. Zudem kam noch der Frust über die negative ICSI dazu. Als Dankeschön fühle ich mich jetzt wie ein aufgeschwemmter Klops und bin 4 Kilo schwerer. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie unwohl ich mich gerade fühle. Ich mein - man fühlt sich eh schon bescheiden, weil die ICSI nicht geklappt hat und dann passen einem auch noch die ganzen Klamotten nicht mehr richtig und man sieht einfach nur fett aus. Mein Gesicht ist auch total angeschwollen und ich mag mich momentan auch nicht im Spiegel anschauen. Also alles nicht soooo dolle.
Zudem läuft es auch arbeitstechnisch gerade überhaupt nicht so gut. Meine zickigen Kolleginnen machen mir das Leben im Moment auch noch schwerer als es sowieso schon ist. Klar, kann das auch an meiner momentanen Situation liegen, dass ich einzelne Aussagen auf die Goldwaage lege. Aber dennoch - es ärgert mich einfach, dass ich momentan keine netten Kollegen um mich herum habe. Ich weiß einfach wie gut es sein könnte, weil ich das bislang in nahezu all meinen Jobs so hatte. Es ist einfach unglaublich schön, wenn man saunette Kollegen hat, mit denen man Lachen kann und die einem nicht die ganze Zeit mit hinterfotzigen Kommentaren das Leben schwer machen. Ich neige gerne dazu den Fehler bei mir selbst zu suchen und habe das in dieser Situation auch getan und mich selbst kritisch hinterfragt, wie ich zu dieser ätzenden Situation beigetragen haben könnte. Aber am Ende bin ich zu dem Ergebnis gekommen (und das haben mir meine Ex-Kollegen auch noch mal bestätigt): ich bin kein schlechter Mensch, ganz im Gegenteil, ich bin sogar ein richtig netter Mensch. Und meine ehemaligen Kollegen haben verdammt gerne mit mir zusammen gearbeitet: es liegt definitiv nicht an mir! So, das musste jetzt auch mal raus. Und tut gerade auch richtig gut :-)
Auch strukturell läuft in meiner Firma gerade einiges schief, insbesondere in meinem Bereich. Und das, was ich eigentlich schon vor zwei Jahren gemerkt habe (und weshalb ich damals schon wechseln wollte) spitzt sich gerade zu und frustriert mich noch mehr. Denn ich bin gerade der Depp, der diese strukturellen Fehler ausbaden muss. Bis die Geschäftsführung das endlich mal verstanden und eingesehen hat und etwas in meinem Bereich ändert, wird bestimmt noch ein Jahr vergehen. Will ich so lange warten? Meine Geduld ist eigentlich schon längst am Ende.
Es fällt mir momentan echt schwer jeden Morgen aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Und es ärgert mich wieder maßlos, dass ich meinen Job nicht wechseln kann wegen dieser blöden KiWu-Geschichte. Im Moment schaue ich mich dennoch um. Und vielleicht werde ich mich auch bewerben. Wer weiß. Zudem hat mich diese Woche auch mal wieder eine Headhunterin kontaktiert. Ich denke, dass ich mich morgen bei ihr melden werde. Wenn das Wunschkind schon nicht zu mir kommt, dann kann sich vielleicht wenigstens diese eine blöde Variable in der Gleichung zum besseren ändern?. Ich habe eh nix mehr zu verlieren. Mieser kann mein Leben gerade gar nicht mehr werden.
So, und um mich herum: ja, da werden sie wieder alle schwanger. Ich kann die Schwangerschaften gerade nicht mal mehr an zwei Händen abzählen, so viele frohe Botschaften habe ich in den letzten zwei Woche bekommen. Ich habe keiner einzigen "Herzlichen Glückwunsch" gesagt ... nein, besser ausgedrückt: sagen können. Nein, ich kann diesen Frauen eben nicht aus dem Herzen heraus zu ihrem ungeborenen Kind gratulieren. Ich kann auch keine Baby-Profil-Bilder mehr bei Whats**p und Faceb**k sehen. Ich ertrage das alles im Moment nicht mehr.
Niemand hat mir gesagt, dass dieser Weg leicht wird. Niemand von euch hat mir versprochen, dass es ein einfacher Weg wird. In jedem eurer Blogs habe ich gelesen, dass dieser Weg verdammt hart ist und dass er einen an die Grenzen bringt. Ich habe immer mit euch mitgefühlt und konnte eure Situation nachvollziehen. Aber ich bin im Traum nicht darauf gekommen, dass mich dieser Weg auch so dermaßen aus der Bahn werfen wird. Nein, ich war wirklich so naiv zu glauben, dass ich stark genug bin, dass ohne größere Blessuren durchzustehen. Mein Gott, war ich naiv.
Aber ich denke, das gehört dazu. Ich bin nun mal auch eine von euch. Und ich bin so verdammt dankbar dafür, dass es euch gibt. Dass ihr regelmäßig und so ehrlich darüber schreibt, wie bescheiden dieser Weg ist. Und dass er keinesfalls und auch nicht im Ansatz den Hochglanz-Prospekten unserer Kinderwunsch-Kliniken ähnelt. Nein, die Reproduktionsmedizin kann nicht alles und wird es auch nie können. Egal wie schick die Klinik auch aussehen mag, egal wie gut deren Erfolgszahlen sind, egal wie kompetent und erfahren die Ärzte sind.
Das alles zermürbt mich gerade. Die negative ICSI, die Migräne, die 4 Kilo, der Job, die anderen schwangeren Frauen... Diese Woche hatte ich nach der Arbeit einen kleineren Nervenzusammenbruch: ich konnte nicht mehr und habe eine Stunde lang geheult und meinem Lieblingsmann viele Dinge aus meiner verletzten Seele erzählt. Das tat schon einmal wirklich richtig gut.
Ich weiß auch, was ich noch tuen muss, damit es mir wieder besser geht. Es ist eigentlich ganz einfach: ich muss mich um mich selbst kümmern, mir Tag für Tag etwas Gutes tun, mich selber wieder lieb haben. Dadurch werde ich auch wieder positiver und wirke auch auf andere wieder freundlicher. Aber im Moment erlaube ich es mir, eben auch mal traurig, antriebslos, wütend, gleichgültig und verdammt sauer zu sein. Weil andere das auch können. Weil mich andere regelmäßig damit nerven. Ich bin eben nicht mehr die stets gut gelaunte und positive Lisa. Einfach so. Und das wird auch wieder anders.
Dieses Wochenende habe ich mir in der Tat etwas Gutes getan: gestern war ich bei einer lieben Freundin und habe ganz bewusst nicht über KIWU, Job & andere Ätz-Themen gesprochen. Wir haben einfach gebacken - ja, das handwerkliche entspannt mich! Und heute habe ich den ganzen Tag gestrickt - nach zwei Jahren mal wieder. Das war richtig entspannend, weil ich dadurch den Kopf frei bekommen habe. Ich musste mich so sehr auf das Stricken und die Anleitung konzentrieren, dass ich keine Sekunde über die Ätz-Themen nachdenken konnte.
Aber jetzt, da fliegen die Ätz-Themen mir alle wieder zu. Ich komme da auch wieder raus - ganz sicher. Und das Niederschreiben tut mir auch sehr gut. Vielen Dank, dass ihr bis jetzt durchgehalten habt! Es wird bald auch wieder besser. Versprochen!
Bereits 1 Tag nach dem Besuch in der Kinderwunschklinik fing das Drama an: Kopfschmerzen. Eine kurze Erinnerung: mein Termin in der Klinik war am 09. November - heute haben wir den 22. November. Anfangs dachte ich noch, dass das alles irgendwie mit dem bescheuerten und und viel zu warmen Herbst zusammenhängt und nach zwei Tagen wieder verschwindet. Aber nein, die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer. Ich hatte - nach vielen, vielen Jahren - mal wieder richtige durchgehende Migräneattacken. Aber fragt nicht nach Sonnenschein. Ich hatte das früher regelmäßig. Aber seit einigen Jahren habe ich das nur noch ganz, ganz selten und dann maximal 2 oder 3 Tage. Bereits damals hatte man einen Zusammenhang zwischen der Pille und der Migräne angenommen.
Tja, und in den letzten zwei Wochen kam sie dann wieder, die liebe Migräne, und besuchte mich ganze zwei Wochen kang. Es ging nix mehr, wirklich gar nix mehr. Ich habe mich jeden Tag zur Arbeit geschleppt und jeden Tag ein, zwei, drei Dolormin Extra eingeschmissen. Aber die wirkten schon vom ersten Tag nicht richtig und dann schon nach zwei Tagen gar nicht mehr, so dass ich auf richtige Migräne-Tabletten umsteigen musste.
Und dann dämmerte es mir selber schon ein wenig: das sind die Nachwirkungen der ICSI.
Denn seit Ende August bis zum negativen Bluttest Mitte Oktober habe ich jeden Tag Hormone zu mir genommen. Mit dem negativen Bluttest habe ich die Medikamente (Famenita und Progynova) von einem Tag auf den anderen komplett abgesetzt. Meinem Körper hat das alles andere als gefallen und bedankte sich daher mit einer sog. Hormonentzugs-Migräne. Ich hatte dieses Vergnügen nun ganze zwei Wochen lang. Seit gestern scheinen sie vorbei zu sein - aber noch traue ich dem Braten nicht.
Ich bin hierzu nun mit meiner Klinik im Austausch. Wenn meine Migräne bis zum Start der Migräne noch anhält, darf ich keinesfalls mit dem Vorzyklus beginnen. Es bleibt also spannend. Aktuell bin ich auch noch hin- und hergerissen, ob ich meinem Körper im Dezember schon die nächste Hormonzufuhr antuen soll - sofern die Migräneattacke jetzt überhaupt vorbei ist - oder er nicht doch noch ne Pause braucht. Aber das entscheide ich nächste Woche.
Desweiteren kommt noch hinzu, dass ich bei Migräne immer das Bedürfnis habe viel zu essen. Ich habe bei Migräne immer das Gefühl, dass meinem Körper irgendetwas fehlt und deshalb esse ich besonders gerne zuckerhaltige Lebensmittel. Zudem kam noch der Frust über die negative ICSI dazu. Als Dankeschön fühle ich mich jetzt wie ein aufgeschwemmter Klops und bin 4 Kilo schwerer. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie unwohl ich mich gerade fühle. Ich mein - man fühlt sich eh schon bescheiden, weil die ICSI nicht geklappt hat und dann passen einem auch noch die ganzen Klamotten nicht mehr richtig und man sieht einfach nur fett aus. Mein Gesicht ist auch total angeschwollen und ich mag mich momentan auch nicht im Spiegel anschauen. Also alles nicht soooo dolle.
Zudem läuft es auch arbeitstechnisch gerade überhaupt nicht so gut. Meine zickigen Kolleginnen machen mir das Leben im Moment auch noch schwerer als es sowieso schon ist. Klar, kann das auch an meiner momentanen Situation liegen, dass ich einzelne Aussagen auf die Goldwaage lege. Aber dennoch - es ärgert mich einfach, dass ich momentan keine netten Kollegen um mich herum habe. Ich weiß einfach wie gut es sein könnte, weil ich das bislang in nahezu all meinen Jobs so hatte. Es ist einfach unglaublich schön, wenn man saunette Kollegen hat, mit denen man Lachen kann und die einem nicht die ganze Zeit mit hinterfotzigen Kommentaren das Leben schwer machen. Ich neige gerne dazu den Fehler bei mir selbst zu suchen und habe das in dieser Situation auch getan und mich selbst kritisch hinterfragt, wie ich zu dieser ätzenden Situation beigetragen haben könnte. Aber am Ende bin ich zu dem Ergebnis gekommen (und das haben mir meine Ex-Kollegen auch noch mal bestätigt): ich bin kein schlechter Mensch, ganz im Gegenteil, ich bin sogar ein richtig netter Mensch. Und meine ehemaligen Kollegen haben verdammt gerne mit mir zusammen gearbeitet: es liegt definitiv nicht an mir! So, das musste jetzt auch mal raus. Und tut gerade auch richtig gut :-)
Auch strukturell läuft in meiner Firma gerade einiges schief, insbesondere in meinem Bereich. Und das, was ich eigentlich schon vor zwei Jahren gemerkt habe (und weshalb ich damals schon wechseln wollte) spitzt sich gerade zu und frustriert mich noch mehr. Denn ich bin gerade der Depp, der diese strukturellen Fehler ausbaden muss. Bis die Geschäftsführung das endlich mal verstanden und eingesehen hat und etwas in meinem Bereich ändert, wird bestimmt noch ein Jahr vergehen. Will ich so lange warten? Meine Geduld ist eigentlich schon längst am Ende.
Es fällt mir momentan echt schwer jeden Morgen aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Und es ärgert mich wieder maßlos, dass ich meinen Job nicht wechseln kann wegen dieser blöden KiWu-Geschichte. Im Moment schaue ich mich dennoch um. Und vielleicht werde ich mich auch bewerben. Wer weiß. Zudem hat mich diese Woche auch mal wieder eine Headhunterin kontaktiert. Ich denke, dass ich mich morgen bei ihr melden werde. Wenn das Wunschkind schon nicht zu mir kommt, dann kann sich vielleicht wenigstens diese eine blöde Variable in der Gleichung zum besseren ändern?. Ich habe eh nix mehr zu verlieren. Mieser kann mein Leben gerade gar nicht mehr werden.
So, und um mich herum: ja, da werden sie wieder alle schwanger. Ich kann die Schwangerschaften gerade nicht mal mehr an zwei Händen abzählen, so viele frohe Botschaften habe ich in den letzten zwei Woche bekommen. Ich habe keiner einzigen "Herzlichen Glückwunsch" gesagt ... nein, besser ausgedrückt: sagen können. Nein, ich kann diesen Frauen eben nicht aus dem Herzen heraus zu ihrem ungeborenen Kind gratulieren. Ich kann auch keine Baby-Profil-Bilder mehr bei Whats**p und Faceb**k sehen. Ich ertrage das alles im Moment nicht mehr.
Niemand hat mir gesagt, dass dieser Weg leicht wird. Niemand von euch hat mir versprochen, dass es ein einfacher Weg wird. In jedem eurer Blogs habe ich gelesen, dass dieser Weg verdammt hart ist und dass er einen an die Grenzen bringt. Ich habe immer mit euch mitgefühlt und konnte eure Situation nachvollziehen. Aber ich bin im Traum nicht darauf gekommen, dass mich dieser Weg auch so dermaßen aus der Bahn werfen wird. Nein, ich war wirklich so naiv zu glauben, dass ich stark genug bin, dass ohne größere Blessuren durchzustehen. Mein Gott, war ich naiv.
Aber ich denke, das gehört dazu. Ich bin nun mal auch eine von euch. Und ich bin so verdammt dankbar dafür, dass es euch gibt. Dass ihr regelmäßig und so ehrlich darüber schreibt, wie bescheiden dieser Weg ist. Und dass er keinesfalls und auch nicht im Ansatz den Hochglanz-Prospekten unserer Kinderwunsch-Kliniken ähnelt. Nein, die Reproduktionsmedizin kann nicht alles und wird es auch nie können. Egal wie schick die Klinik auch aussehen mag, egal wie gut deren Erfolgszahlen sind, egal wie kompetent und erfahren die Ärzte sind.
Das alles zermürbt mich gerade. Die negative ICSI, die Migräne, die 4 Kilo, der Job, die anderen schwangeren Frauen... Diese Woche hatte ich nach der Arbeit einen kleineren Nervenzusammenbruch: ich konnte nicht mehr und habe eine Stunde lang geheult und meinem Lieblingsmann viele Dinge aus meiner verletzten Seele erzählt. Das tat schon einmal wirklich richtig gut.
Ich weiß auch, was ich noch tuen muss, damit es mir wieder besser geht. Es ist eigentlich ganz einfach: ich muss mich um mich selbst kümmern, mir Tag für Tag etwas Gutes tun, mich selber wieder lieb haben. Dadurch werde ich auch wieder positiver und wirke auch auf andere wieder freundlicher. Aber im Moment erlaube ich es mir, eben auch mal traurig, antriebslos, wütend, gleichgültig und verdammt sauer zu sein. Weil andere das auch können. Weil mich andere regelmäßig damit nerven. Ich bin eben nicht mehr die stets gut gelaunte und positive Lisa. Einfach so. Und das wird auch wieder anders.
Dieses Wochenende habe ich mir in der Tat etwas Gutes getan: gestern war ich bei einer lieben Freundin und habe ganz bewusst nicht über KIWU, Job & andere Ätz-Themen gesprochen. Wir haben einfach gebacken - ja, das handwerkliche entspannt mich! Und heute habe ich den ganzen Tag gestrickt - nach zwei Jahren mal wieder. Das war richtig entspannend, weil ich dadurch den Kopf frei bekommen habe. Ich musste mich so sehr auf das Stricken und die Anleitung konzentrieren, dass ich keine Sekunde über die Ätz-Themen nachdenken konnte.
Aber jetzt, da fliegen die Ätz-Themen mir alle wieder zu. Ich komme da auch wieder raus - ganz sicher. Und das Niederschreiben tut mir auch sehr gut. Vielen Dank, dass ihr bis jetzt durchgehalten habt! Es wird bald auch wieder besser. Versprochen!
Mittwoch, 11. November 2015
Nächster Halt: Kinderwunsch-Versuch No. 2
Nein, wir fackeln nicht lange. Gönnen uns keine lange Auszeit. Wir wollen direkt weiter machen.
Wir waren diese Woche wieder in der Kinderwunschklinik. Diesmal allerdings bei einer anderen Ärztin. Also sympathischer finde ich sie weiß Gott. Sie wirkte allerdings ein wenig "verpeilt". Positiv an ihr war allerdings, dass sie deutlich erfahrener und entspannter wirkte.
Auf die Frage, warum es nicht geklappt haben könnte, räumte sie direkt ein, dass die Stimulation zu niedrig war und man von Anfang an höher hätte ansetzen müssen. Allerdings kann man die richtige Dosierung meist erst nach der ersten Behandlung einschätzen. Nach der ersten Untersuchung wurde ich ja dann auch direkt deutlich höher dosiert. Weil ich zu niedrig dosiert wurde und die Stimilation länger gedauert hat, haben sich meine Eizellen nicht alle wunschgemäß entwickelt. 4 von 9 Eizellen hatten daher keine optimale Größe und haben es daher nicht bis zum dritten Tag geschafft.
Die 5 befruchteten Eizellen hatten allerdings alle eine hervorragende Qualität. Auch die Spermien haben sich so verbessert, dass diesmal keine ICSI erforderlich gewesen wäre! Mein Lieblingsmann hatte über längere Zeit eine unentdeckte Zahnentzündung, die kurz vor der ICSI behandelt wurde. Wir haben die Vermutung, dass das schlechte Spermiogramm auf die Entzündung zurückgeführt werden kann. Für und eine riesige Erleichterung. Denn falls alle Behandlungen in einem negativ enden, können wir uns noch mehrere IVF-Behandlungen leisten (ICSIs wären maximal zwei möglich).
Die Chancen hätten daher eigentlich sehr gut gestanden. Ziel der nächsten Behandlung ist nun, dass ich mehr als 5 sehr gute befruchtete Eizellen "produziere", wir kryokonservieren und ggf bis zur Blastozyste kultivieren können.
Sie meinte, dass der TSH-Wert von 1,7 kurz nach der Pilleneinnahme (also unter Hormongabe) völlig in Ordnung sei u d sie den Wert daher nur sehr ungern weiter herunterdrosseln würde. Mit Eingabe von Gonal F sollte er dann auch noch im Rahmen sein.
Welchen TSH-Wert habt ihr in der Zeit nach Vorzyklus (nach Pilleneinnahme) und am Tag vor Stimulationsbeginn?
Dann hat sie mir noch ein kleines süßes Potpourri an Vitaminen empfohlen:
- 1x täglich Orthomol natal (hier entferne ich die Jod-Tablette wegen Hashimoto)
- 1x täglich Ferro Sanol duodenal
- 1x täglich 1000 mg Omega 3 Fettsäuren (ich habe mir Doppelherz Konzentrat gekauft)
Zusätzlich nehme ich auch noch Folie jodfrei (400 mg), weil im Orthomol nicht die empfohlenen 800 mg enthalten sind.
Ich habe in der Tat Studien gefunden, die signifikant höhere Schwangerschaftsraten bei Einnahme dieser Vitaminpräparate aufweisen. Keine Ahnung, ob die wirklich helfen und ich am Ende nur die Pharmaindustrie reicher mache... aber so habe ich wenigstens das Gefühl, dass ich alles versucht habe.
Nehmt ihr auch Vitamine?
Wann geht es nun los?
Sobald meine Periode kommt, kann ich mit der Pilleneinnahme beginnen. Wenn sie planmäßig kommt, würde ich an Neujahr mit der Stimulation beginnen. Na, wenn das mal kein einzigartiger Start in das neue Jahr ist...
Dieses Mal werde ich die Behandlung total egoistisch durchziehen und alle Stressfaktoren ausschließen: ich werde mich krankschreiben lassen. Ich habe momentan nur Stress auf der Arbeit und ärgere mich schon seit Wochen. Auch, wenn Studien behaupten, dass es da keinen Zusammenhang gibt - ich will alle Störfaktoren ausschließen!
Freunde von mir haben sich bei der zweiten (und erfolgreichen) Behandlung auch krankschreiben lassen und uns das dringend empfohlen.
Ich weiß, dass das Thema Krankschreibung während der Behandlung sehr kontrovers von den Kiwu-Frauen diskutiert wird. Aber ich denke, dass dies doch auch sehr vom Job und dem eigenen Umgang mit der Behandlung abhängt.
So, lange Rede kurzer Sinn. Es geht weiter. Bis die Tage!
Dienstag, 3. November 2015
Nichts was in der Zukunft ist macht mich heute glücklich
Heute habe ich folgende Sätze auf dem Blog einer lieben Bloggerin gelesen, die mich mitten ins Herz getroffen haben:
... Einen kleinen Haken gibt es jedoch an der Sache: Das vermeintliche Glück liegt dabei in der Zukunft. Die Wahrheit ist, dass nichts, was in der Zukunft liegt, mich zufriedener machen wird. Es kommt darauf an, wie ich heute lebe. Es kommt darauf an, wie ich mich entscheide, den heutigen Tag zu gestalten. ...
Vielen Dank, liebe Sonja von wert-voll für diese wahren Worte!
P.S.: Ihr findet Sonjas wundervollen Blog übrigens in meiner Blogroll. Leider kann ich innerhalb der App keinen Link setzen.
Montag, 2. November 2015
Darf man das?
Am Freitag - also zwei Tage nachdem ich offiziell mein Negativ erhalten habe - erhalte ich eine überschwängliche Nachricht von meiner besten Freundin: Es wird ein Mädchen - inkl. herziger Smileys.
Ich bin ein höflicher Mensch und antworte - aber lediglich mit einem Herzkuss-Smiley. Zu mehr fehlt mir die Motivation.
Ich bin hin- und hergerissen: übertreibe ich oder hat meine beste Freundin einfach kein Taktgefühl? Kann man seiner besten Freundin, die vor zwei Tagen erfahren hat, dass sie vorerst weiterhin ungewollt kinderlos bleibt, solch eine Nachricht schreiben?
Ja, die Welt dreht sich weiter. Ich kann sie nicht anhalten. Nicht für einen einzigen Moment. Muss ich daher für alles Verständnis haben? Oder darf ich erwarten, dass die anderen wenigstens kurzzeitig so tuen, als wenn ich die Welt angehalten hätte.
Ich bin hin- und hergerissen. Was ist richtig, was ist falsch? Die Grenzen sind alle so verschwommen, nicht ersichtlich.
Sehr gerne würde ich zu meiner besten Freundin gehen und mich bei ihr ausheulen. Aber das geht nicht. Ich ertrage das gerade nicht.
Sie ist schwanger - und ich nicht.
Sie wird demnächst das zweite Mal Mutter - und ich weiß noch nicht einmal, ob ich jemals Mutter werde.
Sie ist das .... was ich gerne seine möchte - Mutter.
Das Wochenende nach dem Negativ war schrecklich. Nachdem ich am Mittwoch alle Medikamente abgesetzt habe, stürzte mein Hormonhaushalt wohl ins Bodenlose. (Meine Periode kam übrigens am Samstag - also am Tag 3 nach der Blutuntersuchung und Beendigung der Medikamenteneinnahme). Am Freitagabend bin ich zwar sehr gut eingeschlafen, wachte am Samstag jedoch um 3.00h nachts auf - und konnte nicht mehr einschlafen. Den ganzen Samstag verbrachte ich daher im Delirium.
Von Samstag auf Sonntag das gleiche Drama. Nur dann haben die Hormone vermutlich ihr Übriges getan: ich habe bis zum frühen Morgen ununterbrochen geheult. Ich war regelrecht in einem Heulkrampf gefangen aus dem ich nicht mehr herauskam. Ich konnte wirklich nicht aufhören. Es gab keinerlei Gedanke, der dem vorausgegangen ist. Nichts, wirklich nichts. Es war ein nahezu apathischer Zustand. Ich habe gänzlich die Kontrolle über meinen Geist und meinen Körper verloren, konnte mich nicht mehr selbst beruhigen.
Am nächsten Morgen war ich völlig erschöpft und habe mit meinem Lieblingsmann darüber gesprochen. Danach habe ich mich einfach nur ausgeruht, wunderschöne Filme zusammen mit meinem Lieblingsmann angeschaut. Am Nachmittag dann einen Shoppingausflug gemacht, bei dem ich einfach nicht nachdenken musste und simple Entscheidungen treffen musste (den Pulli in blau oder grau?). Im Moment gehe ich tatsächlich davon aus, dass es am Absturzflug der Hormone lag. Ich müsste doch merken, wenn es mir seelisch so desolat gehen würde? Man kann doch nicht so ein Meister des Verdrängens sein, oder? Habt ihr nach Absetzen der Medikamente ähnliche Erfahrungen gemacht, die das erklären könnten?
Woher auch immer das kam. Ich habe mir nun auch vorgenommen, mir Unterstützung zu suchen. In unserer Klinik bieten sie Entspannungskurse an, aber auch therapeutische Unterstützung (in der Gruppe, aber auch einzeln bzw. mit Partner). Ich werde in jedem Fall einen Entspannungskurs buchen. Ob ich auch die Gruppentherapie wahrnehmen werde, entscheide ich später. Auf jeden Fall muss ich mir selbst etwas Gutes tun - das ist wirklich mehr wert als man denkt.
Alles Liebe und bis demnächst.
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