Sonntag, 12. Juni 2016

Mein liebes Sternenkind No. 2

Mein liebes Sternenkind,

vor genau zwei Jahren habe ich deinen Herzschlag im Ultraschall gesehen. Und vor genau zwei Jahren wurde darüber entschieden, dass dein Herz nicht weiter schlagen darf.

Ich habe nie danach gefragt, ob du ein Junge oder Mädchen geworden wärst. Ich wollte es auch nie wissen, weil es so unerträglicher geworden wäre.

Wenn du geboren wärest, dann wohl um den 27. Januar 2015 herum. Wenn du dich am richtigen Ort festgebissen hättest, dann wärst du jetzt 1,5 Jahre alt.

Mein liebes Sternenkind, sehr gerne hätte ich dich kennengelernt. Aber leider werden wir uns erst kennenlernen, wenn auch ich zu den Sternen komme.

Ich hoffe, dass du von oben herunter schaust und uns die Daumen drückst. Dieses Mal hat es mit einem Geschwisterchen wohl nicht geklappt. Aber beim nächsten Versuch darfst du uns gerne ganz viel Sternenstaub herunterschicken. Falls jetzt doch noch eine Chance besteht, darfst du auch gerne einen ganzen Sack voll Sternenstaub auf uns herunterregnen lassen.

Alles Liebe, mein Sternenkind No. 2
- Deine Mama

3. ICSI: PU+9, TF+6 - Es regnet

Na toll - heute geht die Welt in meiner Stadt unter. Es regnet in Strömen und donnert ordentlich. Dieses Wetter kommt leider 6 Tage zu spät.

Für alle, die jetzt völlig verwirrt sind - ich habe da so einen (vielleicht absurden?) Aberglauben. Alle schlechten Dinge rund um meinen Kinderwunschtagen haben immer an Tagen mit wunderschönstem Wetter stattgefunden. Ich habe nun die Theorie, dass alle guten Dinge rund um unseren Kinderwunschweg nur dann eintreffen werden, wenn das Wetter schlecht ist. Bei der Punktion war dieses Mal kein gutes Wetter - aber dafür beim Transfer (obwohl schlimmstes Unwetter angekündigt wurde).

Wie geht's mir heute?: Null Symptome. Keine Überstimulationsprobleme mehr. Kein Unterleibsziehen. Gar nichts. Nur riesengroße Br*ste (wobei sie dieses Mal nicht mehr so groß sind wie sonst) und kurzatmig bin ich, dank Famenita. 
Na ja, aber wenn's nix gibt, dann kann da auch nix sein - gelle!?

Ich melde mich die Tage wieder bei euch.

Samstag, 11. Juni 2016

3. ICSI - PU+8, TF+5 - immer das Gleiche mit den Symptomen

Da bin ich - mitten in der Warteschleife und prompt tauchen - exakt am gleichen Tag wie bei ICSI 1 + 2 - die üblichen Überstimulationssymtome auf.

Im Gegensatz zu den letzten ICSIs war ich die letzten Tage ab PU+3 und TF+0 (Montag) völlig ohne Beschwerden und Symptome. Eine Bilderbuch-Warteschleife, die ich so noch nicht kannte. Am Donnerstag dann (PU+6, TF+3) - also dem theoretischen Start der Einnistung - hatte ich dann (wie immer!) ein Ziehen im Unterleib. Neu war dieses Mal allerdings, dass dieses Ziehen in ein Pieksen zum Bauchnabel überging. Immer mal was neues, nech!?

Gestern Abend konnte ich (wie immer in der Nacht von PU+7 zu PU+8) nicht einschlafen. Und heute Morgen wachte ich dann mit angeschwollenen Eierstöcken auf, die den ganzen Vormittag schon ordentlich schmerzen. Ich habe meine Wasser-Trinkmenge jetzt wieder ordentlich angezogen, um die Überstimulation schnellstmöglich in den Griff zu bekommen.

Und jetzt denkt bestimmt die ein oder andere von euch: Mensch, Lisa. Das ist bestimmt ein super Zeichen, weil zurückkehrende Überstimulationsdyndrome meist auf das Vorhandensein von HCG hindeuten...

Ich schmunzle dann mal schön ;-) Aber nein! Und deswegen empfehle ich allen Kinderwünschlerinnen auch ganz dringend ein detailliertes Tagebuch über ihre Behandlungen zu führen. Ein Blick in mein Blog-Tagebuch der letzten beiden ICSIs lässt mich dann wieder ganz gelassen zurücklehnen und die kurzweilig aufkeimende Hoffnung auf ein Happy End, doch ganz schnell im Keim ersticken. Das war die letzten beiden Male genauso - sogar punktgenau am gleichen Tag. Die verspätete Überstimulation ist bei mir typisch und leider kein Anzeichen für eine mögliche Einnistung. Ich freue mich dann schon auf den Montag (PU+10, TF+7). Da ging es mir beim letzten Mal nämlich richtig mies. Ich erinnere mich noch, dass wir an dem Abend auf einem Fest waren, mein Bauch auf den 7. SS-Monat angeschwollen ist und ich richtig starke Schmerzen hatte. Diese Schmerzen sind dann aber an PU+11, TF+8 wieder vollständig zurückgegangen.

Ich finde, dass so eine zurückkehrende Überstimulation ein absolute Frechheit dieser KiWu-Behandlung ist. Was erlauben sich Strunz, äh diese Kinderwunschbehandlung?!

Ich verabschiede mich dann ins Wochenende. Alles Liebe!

P.S.: Das Wetter ist übrigens immer noch phänomenal in meiner Stadt... 

Mittwoch, 8. Juni 2016

3. ICSI - PU+5, TF+2 - weiterhin kein Optimismus in Sicht

Ich bin zurzeit krankgeschrieben, weil ich die letzten Male immer so arge Probleme nach Transfer und Punktion hatte. Aber, weil es mir dieses Mal wirklich hervorragend geht, habe ich verdammt viel Zeit zum nachdenken und googlen. Wie ihr wisst, ist zweiteres immer schlecht ;-)

Obwohl meine Hormonwerte kurz vor Überstimulation waren, habe ich dieses Mal noch nicht mal eine leichte Überstimulation. Gut, bis TF+2 ging es mir wirklich mieserabel (riesiger Bauch und starke Unterleibschmerzen). Aber seit der Punktion gibt es noch nicht mal den Hauch einer Überstimulation. Jetzt kann ich auch nachvollziehen, warum viele Frauen eine Krankschreibung nach Punktion und insbesondere nach Transfer für völligen Nonsens halten. Ganz ehrlich? Hätte ich diese Erfahrung immer so gemacht, könnte ich das auch nicht gutheißen. Aber so war es bei mir noch nie. Und ich ärgere mich gerade auch ein bisschen, dass ich nicht arbeiten gegangen bin. Dann wäre ich jetzt wenigstens abgelenkt. Mmh.

Ihr fragt euch sicherlich, wie es gerade um meine Hoffnung steht. Ich muss euch da leider mitteilen, dass sie seit dem Transfer nicht mehr zurückgekehrt ist. Stattdessen mache ich mir schon die ganze Zeit um Plan B (= wie geht es nach dem 3. Negativ weiter) Gedanken. Zum einen ist klar, dass wir uns in einer anderen Praxis beraten lassen wollen. Daher haben wir uns bereits für den Infoabend in der Klinik angemeldet, der bereits vor dem Blutergebnis stattfinden wird. Und dann denken wir beide auch ernsthaft darüber nach, es vielleicht doch noch mal auf natürlichem Wege zu versuchen. Sowohl im Krankenhaus, als auch seitens meiner langjährigen Frauenärztin und natürlich auch von den Ärzten in der KiWu-Klinik kam die klare Ansage, dass ein natürlicher Weg nahezu ausgeschlossen ist. Nach der letzten ELSS habe ich jedoch auch eine andere Ärztin aufgesucht, die mir mitteilte, dass sie bereits einige Frauen mit identischen Vorfällen und Diagnosen hatte, bei denen es auf natürlichem Wege wieder geklappt hat. Klar, hat es bei einigen auch nicht geklappt. Aber dennoch hielt sie mir diese Option damals noch mal vor Augen. Sie meinte aber auch, dass es für diese Entscheidung sehr viel Mut bedarf und man die Angst beiseite schieben. Allerdings muss man sich von vornherein auch über die Konsequenzen bewusst sein, die diese Entscheidung mit sich trägt. Es kann schließlich zur dritten ELSS führen. Und damit zu einem Dritten verstorbenen Kind, von dem wir uns vermutlich wieder lebend verabschieden müssen. Die Frage ist also: komme ich - bei negativen Verlauf - mit dieser Entscheidung klar, dass ich bewusst ein Leben in die Welt gesetzt habe, dass keinerlei Chance hatte?

Fakt ist, auch die voraussichtlich kommende vierte ICSI kann mit einer ELSS oder einer Fehlgeburt enden. Jedes Mal, wenn wir versuchen ein Kind zu bekommen, kann es ggf. mit dem Tode enden. Allerdings gebe ich diesem Kind von vornherein eine bessere Chance zu überleben. Wenn wir es jetzt noch mal auf natürlichem Wege versuchen, weiß ich, dass die Chance auf eine Lebendgeburt deutlich niedrig ist.

Oh man, ich habe so eine Angst vor dieser Entscheidung. Aber ich weiß gerade auch gar nicht, wovor ich eigentlich genau Angst habe. Ist das es die Angst vor einem weiteren toten Kind? Ist es die Angst vor einer erneuten OP? Ist es die Angst vor der grausamen Zeit, die nach dem positiven Schwangerschaftstest folgt? Vor was genau habe ich Angst? Alles zusammen? Ein ganz diffuses Gefühl.

Das Traurige ist eigentlich, dass ich die beiden Eizellen in meinem Bauch schon längst abgeschrieben habe. Morgen könnten sie sich theoretisch einnisten, aber ehrlich gesagt glaube ich noch nicht mal, dass sie sich in meinem Bauch gerade zur Blastozyste entwickeln. Alle Eizellen zuvor hatten eine deutlich bessere Qualität - warum sollen es ausgerechnet diese schaffen? Nun denn. Das Leben geht weiter und braucht immer einen Plan B.

Bis dahin und alles Liebe!

Montag, 6. Juni 2016

3. ICSI - Transfer erfolgt und der Optimismus dahin

Mittlerweile bin ich wieder zuhause. In der Klinik habe ich jedoch auch ein paar Zeilen geschrieben.

Hier die Zeilen aus der Wartezeit kurz vor dem Transfer:
Ich bin noch in der Klinik und warte auf den Transfer. Zuvor hatten wir ein sehr ernüchterndes Gespräch mit unserer Ärztin, bei dem Sie uns die traurigen Ergebnisse mitteilte.

Von den 18 Follikeln, ließen sich 12 Eizellen befruchten. Hört sich erst mal super an, oder? Bitte nicht zu früh freuen... Aber von diesen 12 haben es nur 4 bis heute geschafft. Und zwei davon haben sich so langsam weiterentwickelt, dass sie nicht versuchen diese zur Blastozyste weiterzukultivieren. Zwei davon werden mir gleich eingesetzt. Heute Morgen war der eine nur ein 7-Zeller und der andere nur ein 4-Zeller. Ich habe nur noch geheult. Gleich erfahre ich noch, ob sie sich noch weiter entwickelt haben. Aber ich, nein wir beide - sind echt niedergeschmettert.

Wir haben mit der Ärztin bereits darüber gesprochen, welches Ergebnis sie daraus zieht und wie eine theoretisch stattfindende nächste Behandlung aussehen würde. Sie hat direkt betont, dass man mit diesen Eizellen schwanger werden kann, auch mit den beiden lahmen anderen, die sie nicht weiterkultivieren lassen. Bei manchen Frauen (sehr schwierige Patienten) setzen Sie sogar auch diese lahmen ein. Bla bla... Aber nun zum Fakt: die hohe Stimulation und Luveris bringt bei mir wohl nichts in Punkto Eizellqualität, sondern nur in Punkto Eizellquantität. Das kommt nicht so häufig vor - aber ich gehörte ja schon immer zu diesen magischen 1%. Ich produziere am Ende immer nur 4 bis 5 akzeptable Eizellen. Egal, ob die Parameter sich verändern. Aus diesem Grund würde sie vermutlich wieder auf eine niedrigere Stimulation zurückgehen und denkt ggf. über eine Änderung des Protokolls nach (Longprotokoll). Aber dies würde sie sich noch mal gemeinsam mit ihrem Team durch den Kopf gehen lassen. 

Die Behandlung sieht für die nächsten Tage wieder folgende Medikation pro Tag bis zum SST vor:
3x 1 Tabl. Cyclo Progynova
2x 2 Vaginaltabl. Famenita
1x 1 Heparinspritze (Clexane) am Abend

Der SST ist am 20.06.2016

Und dann wurde ich auch schon zum Transfer hereingerufen.

Die Eizellen haben sich bis zum Transfer um 14.00h glücklicherweise noch zum 5- und 8- Zeller weiterentwickelt. Nichts desto trotz: der 5-Zeller ist wirklich das mieseste Ergebnis, was ich bislang hatte und es stimmt mich alles andere als optimistisch. Wenn 9 Eizellen bis jetzt schon abgekratzt sind, wieso sollen sich dann ausgerechnet diese beiden bis zur Blastozyste weiterentwickeln und sich einnisten? Wie zum Geier kam es damals Bitteschön zu meinen beiden Schwangerschaften? Haben sich meine hormonellen Voraussetzungen in den letzten zwei Jahren so dramatisch verändert, dass ich es noch nicht mal mehr schaffe entwicklungsfähige Eizellen zu produzieren? 

Für mich ist diese ICSI schon gelaufen, bevor sie überhaupt beendet ist. Ich glaube nicht daran, dass diese beiden lahmen Krücken sich weiterentwickeln werden. Ich werde mich jetzt auch weder schonen, noch bewusst auf meine Ernährung achten. Wenn sie sich wirklich einnisten wollen, dann müssen sie sich jetzt halt beweisen. Punkt. Ich lasse mich von diesen Kinderwunschbehandlungen nicht mehr einschränken. Seit August letzten Jahres mache ich das. In der dritten ICSI habe ich wirklich alles richtig gemacht (Ernährung, Entspannung, Vitamine etc.). Und was hat es mir gebracht? Nix. Rein gar nix. 2 lahme Eizellen sind am Ende heraus gekommen, deren Überlebenschance ich ernsthaft anzweifle.

Mein Mann und ich sind nach dem Transfer direkt zu McDonalds gefahren. Ein Laden, den ich eigentlich tunlichst meide, weil ich mich - aufgrund meines Lichens Sclerosus - nahezu nur noch pflanzlich, zucker- und getreidefrei ernähre. Aber eben waren wir uns beide einig und dachten nur "scheiß drauf"! 

Wenn ihr für uns bestimmt seid, dann beißt ihr euch fest. Wir können da gerade nichts mehr dran ändern bzw. in irgendeiner Art und Weise beeinflussen. 

Ich melde mich die Tage noch mal. Alles Liebe!

Nachtrag: im gesamten Umkreis hat es in Strömen geregnet. Auch für unsere Stadt waren ab 14h schwere Unwetter vorhergesagt. Um 22:15h immer noch (zwar schwüles aber) wunderschönes Sommerwetter. Es soll wohl einfach nicht sein. 

3. ICSI - Gleich Transfer?

Ich bin ganz schön aufgeregt. Habe die Nacht auch sehr unruhig geschlafen. Und das, obwohl das unsere dritte ICSI ist und ich mittlerweile eigentlich total relaxt an die Sache herangehen müsste... zumindest in der Theorie.

Gleich findet hoffentlich der Transfer statt, wenn meine Überstimulation sich im Rahmen hält. Die letzten drei Tage habe ich unendlich viel Wasser getrunken und bin fast verzweifelt. Ständig tat die Blase weh, ständig musste ich auf Toilette und mein Körper hatte mir auch eindeutig gezeigt, dass er keine 3 bis 4 Liter Wasser benötigt. Ich hatte gestern nach 2,5 Liter Wasser so einen Widerwillen vor dem nächsten Glas... Aber nun denn, lieber viel Wasser trinken als ne Überstimulation.
Gestern fühlte ich mich richtig bescheiden. Mein Bauch war riesig, meine Eierstöcke auch. Und beim Gassigehen war an normales Laufen nicht zu denken. Ich könnte nur ganz, ganz langsam gehen, weil mir alles weh tat.

Heute morgen hingegen, ist mein Bauch weg, meine Eierstöcke fühlen sich deutlich kleiner an und einen Kilo leichter bin ich auch. Die Aussichten für einen Transfer sehen also womöglich gut aus?

Aber heute scheint sowieso ein besonderer Tag zu sein. Gerade habe ich übrigens noch den Blogbeitrag von Stillheartbeat gelesen. Hier verweist sie auf das höchst interessante Datum von heute und fragte sich, ob das ein gutes Zeichen sei. Ich muss gestehen - bis zu diesem Beitrag ist mir das Datum gar nicht aufgefallen. Heute ist der 6.6.16 - was für ein krasses Datum. Ob das auch für uns ein gutes Zeichen ist? Wird das das Datum sein, in dem unser Kind/unsere Kinder zu uns gekommen sind?

Blöd ist hingegen, dass wir gerade strahlenden Sonnenschein haben. Ihr kennt meine Theorie noch? Bei allen miesen Ereignissen und Mitteilungen rund um den Kinderwunschweg hatten wir stets wundervolles Wetter. Um diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen, war ich der Meinung schlechtes Wetter zu brauchen. Die letzten beiden ICSIs war das nicht der Fall - und sie sind ja auch negativ ausgegangen. Jetzt hingegen hatten wir vom ersten ICSI-Tag grottenschlechtes Wetter. Ganz Deutschland versinkt in Regen und wird halb zerstört. Meine Stadt wurde bislang zwar nicht zerstört, aber Land unter ist hier auch, weil wir am Wasser wohnen. Und gerade - trotz anderer Prognosen - haben wir hellblauen Himmel und Sonnenschein? Aaaah. Hoffentlich ändert sich das noch.

Drückt mir feste die Daumen. Ich melde mich gleich wieder.

Freitag, 3. Juni 2016

3. ICSI - Punktion - bin ich etwa doch eine Bruthenne?

Heute Morgen um Punkt 7.30h stand ich mit meinem Mann also an der Rezeption in der KiWu-Klinik. Leicht angeseuselt, weil ich am Abend zuvor zwei Diazepam eingenommen habe. Ich war so unglaublich tiefenentspannt, das könnt ihr euch nicht vorstellen ☺️😎😜 Am Mittwochmorgen (13. Stimulationstag) habe ich das letzte Mal 350 Einheiten Gonal F, 75 Einheiten Luveris und 1 Spritze Orgalutran genommen. Und am Abend pünktlich um 21h eine Spritze Ovitrelle zum Auslösen des Eisprungs.

Ich merkte bereits gestern und vorgestern, dass mein Bauch echt riesig geworden ist und meine Eierstöcke haben sich bei jeder größeren Bewegung zu Wort gemeldet. Irgendwas war dieses Mal anders, das hatte ich bereits da schon gemerkt.

Vor der OP selbst - also heute -, ist mir zeitweise der Kreislauf weggebrochen und ein wenig Panik/Angst in mir aufgekommen. Zum einen, weil ich normalerweise IMMER frühstücke und ich wegen des gewollt nüchternen Magens ein bisserl unterzuckert war. Und zum anderen, weil die Krankenschwester es nicht geschafft hat, mir die Kanüle anzulegen. Das hat mich so nervös gemacht, dass die Anästhesistin selbst kommen musste, mir eine Beruhigungsspritze gesetzt hat und die Kanüle auf der anderen Seite platziert hat. Das war übrigens die erste Schwester, die damit Probleme hatte - bislang funktionierte das immer reibungslos. Nun denn...

Als ich aus der OP aufgewacht bin und ich wieder reden konnte, kam dann auch schon die Ärztin (nicht meine behandelnde) und überbrachte mir eine Botschaft, von der ich gerade echt nicht weiß, ob ich sie gut oder schlecht finden soll. Wir erinnern uns an meinen letzten Beitrag? Meine Ärztin zählte im Ultraschall, dass es auf jeden Fall 12 gut gereifte Follikel sein. Vielleicht noch ein bis drei mehr. Das könnte man im US aufgrund der Vielzahl nie gut zählen. Na ja, da hat sie wohl einige nicht gesehen. Denn es sind heute sage und schreibe 18 (!!!) Follikel punktiert worden. Eine Zahl, die auch außerhalb der Zielvorgabe der Klinik liegt (denn die liegt bei 8-12). Ich war ehrlich gesagt leicht in Panik. Aber diese Ärztin meinte, dass man dies schon an den Blutwerten ablesen könnte, ob eine Überstimulationsgefahr besteht. Meine behandelnde Ärztin würde das gleich mit mir durchgehen.

Nach der OP habe ich dann noch eine ordentliche Spritze (Progesteron?) in den Gesäßmuskel bekommen.
 
Und danach hatte ich also noch ein Nachgespräch mit meiner behandelnden Ärztin. Sie meinte auch dieses Mal wieder, dass ich mir keine Sorgen machen sollte. Ja, es besteht wohl die Gefahr eines Überstimulationssyndrom, da die Werte knapp am Limit seien - aber noch im grünen Bereich. Es sei jetzt immens wichtig, dass ich außerordentlich viel trinke. Zusätzlich hat sie mir noch - zur Minimierung eines Thrombose-Risikos - Heparin zum Spritzen verschrieben (das soll ich ab morgen Abend in den Bauch spritzen). Weil meine Werte aktuell noch im grünen Bereich sind, geht sie von einem erfolgreichen Transfer am Montag (also PU+3) aus. Das entscheidet sie jedoch final erst am Montag. Sollten sich zuvor Überstimalationssymptome zeigen, soll ich anrufen (es gibt zum Glück auch einen Notruf ab Schließung der Klinik und am Wochenende hat die Klinik auch auf). Zudem meinte sie, dass das Heparin eine Einnistung auch fördern könnte.

So , und jetzt sitze ich hier. Die Frau, die immer nur mickrige Eier gebrütet hat, hat nun 18 Eier "gelegt". Ob ich da auch eine gute Qualität zustande bekommen habe, wissen wir erst am Montag. Auf jeden Fall bin ich froh, dass wir ausgerechnet in dieser ICSI das Embryoscope gewählt haben. 
Ich habe ehrlich gesagt ein wenig Bammel vor einer Überstimulation und trinke daher wie ein Weltmeister. Mein Mann musste mir eben auch ein paar Mini-Wassermelonen besorgen und Eiweißhaltige Produkte (wobei meine Klinik meint, dass es die ÜS nicht verhindern kann - aber ich mach es trotzdem). 
Meine Eierstöcke melden sich auch seit 16h immer lauter zu Wort. Um 18h habe ich mich dann aufgrund der heftigen Schmerzen entschieden, die erste Ibuprofen 600 einzuschmeißen. Und die wirkt glücklicherweise auch gerade.