Freitag, 24. Mai 2019

Ein Lebenszeichen

Verdammt lang ist es her, dass ich mich hier habe blicken lassen.
Täglich kommen immer noch hunderte Besucher auf meinen Blog. Und es gibt viele liebe interessierte Leserinnen, die mir Nachrichten geschrieben haben auf die ich nie geantwortet habe.
Nun ist es endlich an der Zeit für ein kleines Lebenszeichen von mir.

Nach der niederschmetternden 5. negativen ICSI haben wir die Klinik gewechselt. Wir sind nicht wie geplant in die Uniklinik gewechselt, sondern in eine neue Privat-Praxis mit außerordentlich netten und kompetenten Ärztinnen, die zuvor viele Jahre in der besagten Uniklinik gearbeitet haben.
Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Hätte ich das vorher gewusst wie individuell und gut man in einer Privatpraxis beraten und behandelt wird, hätte ich mir die Massenabfertigung in meiner vorherigen Klinik niemals angetan. Ich bin mir rückblickend sehr sicher, dass die vorherige Klinik auch zu meiner schlechten psychischen Verfassung beigetragen hat.
Wie ging es weiter?
Die Ärztin hat uns - trotz des eigentlich eingeschränkten Spermiogramms meines Mannes - eine IVF empfohlen, weil ihrer Meinung nach kein Befruchtungsproblem vorliegt. Zudem hatte sie noch einige Zusatzuntersuchungen angeordnet, die am Ende - leider - ohne Befund waren. Auch sie hatte also keinen Grund für die fehlende Befruchtung gefunden. Parallel hat sie noch zu einer Akupunktur geraten, die ich auch inkl. Teekur gemacht habe. Wir hatten eine fantastische Befruchtungsrate (ich glaube 10 von 12) und konnten am Ende 2 Blastozysten einsetzen und einen Kryo einfrieren. Ergebnis war leider negativ, wobei sich wohl kurz etwas eingenistet hat (HCG von 5). Das war im Januar/Februar 2018.

In der darauffolgenden Kryo wurde ich tatsächlich nachweislich schwanger mit einem viel zu niedrigen HCG von 20. Zwei Tage später sank der HCG leider weiter.

Kurze Zeit darauf haben wir dann die 7. IVF gestartet. Leider hat nur ein  Eierstock Eizellen produziert, so dass am Ende nur 8 EZ entnommen werden konnten. Auch diesmal war die Befruchtungsrate sehr gut und es haben sich wieder zwei Blastozysten in allerbester Qualität entwickelt, die auch transferiert wurden. Auch dieses Mal hat sich wieder kurz etwas eingenistet (HCG von 5), wollte aber nicht bleiben. Das war im Juli 2018.

Nach 9 erfolglosen Behandlungen war mein Körper dann endgültig durch und verlangte eine Pause.
Uns war beiden komplett die Lust vergangen. Und für uns beide stand fest, dass wir nun endlich das Versprechen einlösen mussten, was wir uns eigentlich schon nach 3 ICSIS einlösen wollten: es wieder auf natürlichem Wege zu versuchen.
Im November haben wir daher erneut die Kiwu-Klinik aufgesucht und um eine Eileiterdurchspülung gebeten. Ergebnis war leider nicht eindeutig, weil meine beiden Eileiter nicht gut auf dem Ultraschall einsehbar waren. Die Ärztin ging jedoch - aufgrund des fehlenden Gegendrucks bei der Durchspülung - davon aus, dass die Eileiter durchgängig sind.

Das Ganze ist nun 6 Monate her und ich bin - na ratet mal - natürlich nicht schwanger.
Wenn ich ehrlich bin, wundert es mich mittlerweile auch nicht mehr. Irgendwie soll es wohl einfach nicht sein. Selbst auf natürlichem Wege nicht mehr - auch, wenn es zu einer hohen Wahrscheinlichkeit sowieso in einer ELSS enden würde. Wir werden es auf jeden Fall weiterversichern. Aber, wenn es nicht mehr klappt, dann halt nicht. Nach so vielen Jahren Kinderwunsch (sage und schreibe 5,5 Jahre!!!) stumpft man dann in der Tat auch einfach irgendwann ab. Es schmerzt einfach nicht mehr so wie damals. Und mittlerweile habe ich mein Leben ohne Kind einfach akzeptiert. Es wäre mit Kind sicherlich schön gewesen, aber ohne ist es auch schön.

Ich muss jetzt dringend schlafen gehen und melde mich ganz bald sicher wieder.

Alles Liebe und bis dahin!

Sonntag, 11. Juni 2017

5 + 1 = 0

5 ICISI + 1 Kryotransfer = 0 Schwangerschaften.

DAS ist das Resümee aus 3 Jahren Kinderwunschweg in einer der vermeintlich renommiertesten Kliniken in meiner Stadt. Eine Klinik, die mir - wie auch allen anderen gynäkologischen Ärzte, die ich seit meiner zweiten Eileiterschwangerschaft angetroffen haben - außerordentlich gute Voraussetzungen und eine hohe Schwangerschaftswahrscheinlichkeit prophezeit haben. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass ich bei beiden ELSS außerordentlich schnell schwanger geworden bin - die erste SS trat innerhalb von 3 Übungszyklen ein, die zweite direkt im ersten Übungszyklus. Und das trotz eingeschränktem Spermiogramm meines Mannes. Meine Hormonwerte deuten alle darauf bin, dass ich definitiv noch sehr fruchtbar bin. Was ist also das Problem? Es macht irgendwie alles keinen Sinn?

Diese Behandlung war alles andere als ein Zuckerschlecken nach dem Transfer. Denn nach dem Spritzen der zweiten Spritze Brevactid 1.500 hatte ich eine extrem heftige Überstimulation, die 4 Tage anhielt. Am ersten Tag musste ich leider arbeiten gehen - ich weiß bis heute nicht, wie ich diesen Tag überstanden habe. Ich sah wirklich aus wie im neunten Monat schwanger, konnte nicht gehen - sitzen ging eigentlich auch nicht. Glücklicherweise hatte ich ein sehr langes Meeting indem ich mich "gemütlich" in den Stuhl setzen konnte. Da ich ja 3 - 4 Liter trinken sollte, bin ich ständig aus dem Meeting rausgerannt auf Toilette. Es war ein einziger Alptraum. Nachts bin ich aufgrund der extremen Schmerzen im Oberbauch wachgeworden (es hatte sich zusätzlich zum Wasser auch noch unnatürlich viel Luft entwickelt). Glücklicherweise waren Tag 2 - 4 der Überstimulation am Wochenende mit anschließendem Feiertag (Pfingstmontag). Der Bauch hielt noch sehr lange an. Aber als er diesen Freitag dann endgültig zurückging, wusste ich dass ich am Samstag keinen positiven Pipi-Test in der Hand halten würde. Bereits am Freitagabend auf dem Nachhauseweg von der Arbeit, fing ich an zu heulen. Abends wollte ich nichts mehr machen und lag halb apathisch vor dem Fernseher und habe nur geheult. Ich habe so einen unglaublichen Druck, eine extreme Anspannung und Angst in mir gespürt. Ich hatte die Tränen einfach nicht mehr unter Kontrolle.

Die Nacht von Freitag auf Samstag war sehr unruhig. Ich war gegen 5h Morgens bereits hellwach und musste eigentlich auch dringend auf Toilette. Aber ich wollte den Test auf keinen Fall alleine durchführen. Um 6h habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und einen Becher genutzt, den ich dann aber wieder im Bad abgestellt habe - ohne den Test durchzuführen. Als ich ins Schlafzimmer zurückging fragte mein Mann ganz unerschrocken, weil eigentlich noch im Tiefschlaf "Und? Hast du den Test gemacht?". Nach 15 Minuten war er dann wach und wir sind gemeinsam ins Bad.
Es war einer der schlimmsten Tiefpunkte in meiner Kiwu-Karriere. Keine zweite Linie in Sich - auch nicht nach 6 Minuten.
Wir gingen danach wortlos wieder ins Beet - jeder auf seiner Seite nur die Hand haben wir uns in der Mitte gehalten. Jeder schaute in eine andere Richtung - weg voneinander. Der Schock saß so dermaßen tief. Ich glaube, wir lagen 25 Minuten so nebeneinander. So lange brauchte unser Gehirn, um diese Botschaft wirklich zu erfassen. Danach fing ich erst einmal an zu heulen. Wir lagen noch bis 8:30h im Bett und haben versucht das zu verarbeiten. Ich glaube, am Nachmittag habe ich dann wirklich verstanden, was dieses Ergebnis eigentlich für uns bedeutet. Wieder kein Kind - vielleicht niemals ein Kind? Das Leben geht weiter wie bisher - oder doch nicht? Alles umsonst - wirklich alles völlig umsonst. Ich habe verdammt hart gekämpft, habe wirklich alles gegeben - und das alles für nichts. Wir stellen am Ende mit leeren Händen hier.

Wir haben am Samstag immer wieder über das Ergebnis gesprochen und wie es jetzt weitergehen soll. Fakt ist - wir sind jetzt erst einmal pleite. Diese Behandlung hat uns ca. 8.000 EUR gekostet. Das waren ca. 20.000 EUR in 6 Monaten (2 ICSI, 1 Kryo) - für Nichts! Dafür, dass sich mein Leben rapide verschlechtert hat, dass ich oft depressiv war, dass meine Ehe beinahe zu Bruch gegangen ist und mein Leben an mir vorbeigezogen ist. Dafür, dass ich wirklich alles gegeben habe und nichts dafür bekommen habe. Außer einer noch größeren Leere und einem nicht unerheblichen finanziellen Loch.

Fakt ist nun auch, dass wir das Thema in unserer aktuellen Kiwu-Klinik beenden werden. Es wird in dieser Klinik keine weitere Behandlung mehr geben. Wir werden wechseln, in eine Uniklinik in einer nahe gelegenen Stadt. Das ist zwar mit sehr viel mehr Aufwand verbunden und die Wartezeiten müssen dort wohl auch der Horror sein, aber die anderen Kliniken in meiner Stadt haben mich nicht überzeugt.

Fakt ist nun auch, dass wir erst einmal eine lange Pause machen werden und gegen Ende des Jahres/Anfang nächsten Jahres die nächste ICSI durchführen werden. Bis dahin haben wir auch wieder Geld zusammen und ich möchte mich nach 2 durchgehenden Jahren Behandlung auch einfach mal davon erholen und letztendlich auch wieder gerne ein normales Leben führen. Den ersten Stein habe ich gestern auch ins Rollen gebracht - ich habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet. Etwas, was ich schon soooo lange tuen wollte, aber es nicht konnte, weil ich ja ständig in irgendeiner blöden Behandlung war.
Und eventuell werde ich mir von meiner aktuellen Klinik nun doch noch mal eine Überweisung für einen Immunologen geben lassen und mich doch mal an Frau Dr. Reichel-Frenz wenden - ich habe ja jetzt genügend Zeit auf das Ergebnis zu warten. Zwei andere Dinge würde ich vorab auch gerne noch abklären lassen.

Zudem haben wir uns nun auch entschlossen, doch in Urlaub zu fahren und dafür einen Sparvertrag aufzulösen. Sparen können wir schließlich auch noch ab nächstes Jahr wieder. Aber jetzt brauchen wir einfach eine gute Zeit für uns. Manchmal ist das Leben im Jetzt doch wichtiger als die Altersvorsorge.

Für alle, die sich fragen, in welche Klinik ich gehe... Ich werde die Stadt jetzt nicht nennen, aber diejenigen Leserinnen aus meiner Umgebung werden sofort wissen, welche Klinik gemeint ist: 3. Etage, im Erdgeschoss kann man Dinge zum Lesen erwerben und oben drauf ist eine eisige Angelegenheit zu finden ;-) Falls irgendeiner meiner Leser auch von meiner Klinik in die Uniklinik der Nachbarstadt gewechselt ist - ich freue mich über jede private Nachricht und eure Erfahrungen - positiv wie negativ! Bitte schreibt den Namen meiner oder der anderen Stadt nicht in die Kommentare. Ich möchte hier so anonym wie möglich schreiben.

Ihr Lieben - ich weiß im Moment noch nicht, wann ich mich das nächste Mal melden werde.
Bis dahin aber - alles Liebe!

Donnerstag, 1. Juni 2017

ICSI No. 5 - Punktion +8, Transfer +3

So ihr Lieben, da bin ich wieder. Heute geht es mir so lala, was darin liegt, dass ich heute nach einen Kreislaufzusammenbruch hatte und mal schön mit dem Kopf auf den Boden geknallt bin. Der Grund dafür ist mir nicht ganz klar. Ich bin heute Nacht mit wahnsinnigen Schmerzen im Oberbauch wach geworden, so starke Schmerzen, dass mein Kreislauf darauf reagiert hat. Ich hatte irgendwie ein extremes Völlegefühl im Bauch und dachte, dass es nach dem Toilettengang schon besser werden würde. Aber das Gegenteil war der Fall - nach dem Toilettengang wurden die Schmerzen noch schlimmer und bevor ich ganz aus dem Badezimmer raus bin, lag ich auch schon am Boden. Es hat Ewig gedauert, bis mein Kreislauf wieder da war. Und danach waren mein Mann und ich auch ratlos, ob es eine heftige Überstimulation (durch das Brevactid) ist oder einfach nur extrem heftige Lüfte in meinem Oberbauch sind. Mein Mann gab mir dann eine ordentliche Dosis Lefax und Tee - und siehe da, eine halbe Stunde später ging es wieder bergauf und die Schmerzen verschwanden sukzessive.
Ich vermute mal, dass die heftigen Blähungen durch Famenita und Brevactid kommen (so zumindest auch die ähnlichen Erfahrungen im Netz). Und zugleich habe ich gestern, trotz Hitze, auch viel zu wenig getrunken. Bei einer leichten Überstimulation durch Brevactid natürlich absolut fahrlässig.

Aber wie schaut es konkret aus? Hier für euch wieder mein Kiwu-Tagebuch.


  • Mo. 22.05.2017 - Stimutag 11
    • Noch mal zum Ultraschall. Mindestens ein Follikel ist 18mm, somit kann die Punktion stattfinden. 
    • Insgesamt schätzt meine Ärztin, dass wir 10 punktieren werden. Aber nur 8 vermutlich verwertet werden können. 
    • Sie ist mit der Anzahl nicht so happy - aber ich bin es umso mehr, weil ich die hohe Anzahl an Follikel mittlerweile leid bin und ich einfach mal ausprobieren möchte, ob die These mit der niedrigeren Zahl, aber dafür qualitativ hochwertigeren Eizellen stimmt. 
    • Am Abend soll ich den Eisprung wie üblich mit Ovitrelle auslösen und wieder das Antiseptikum in die Vagina einführen.
  • Di. 21.05.2017 - PU -1
    • Am Abend merke ich, dass es mir nicht mehr so gut geht und ich mich kurz vor'm Platzen fühle. 
    • Am Abend vor dem Schlafen gehen, nehme ich wieder eine Beruhigungstablette, um die Nacht gut durchzuschlafen und am Morgen keine Panik vor der OP zu schieben. Ich liebe Diazepam - habe ich euch das schon mitgeteilt? :-)
  • Mi. 22.05.2017 - PU+0
    • Punktion!
    • Es konnten 11 Eizellen punktiert werden
    • Ich hatte zum Abend hin zwar Schmerzen, aber es war dieses Mal nicht notwendig noch ein Schmerzmittel einzunehmen. 
    • Allein schon wegen der fehlenden Schmerzen hat sich die niedrigere Anzahl an Follikeln gelohnt
  • Fr. 23.05.2017 - PU +2
    • kurze Rückmeldung aus der KIWU - es sind aktuell noch 5 befruchtete Eizellen rennen.
    • 1 Eizelle mehr als ich dachte - normalerweise habe ich immer eine Befruchtungsrate von 50% 
  • Mo. 26.05.2017 - PU +5, Transfer +0
    • Blastozystentransfer (das erste Mal in meiner Kiwu-Laufbahn im Frischversuch!, sonst immer an PU +3)
    • Zwei Blastos haben es glücklicherweise bis zum Ende geschafft und konnten transferiert werden. Eine Blasto hat auf jeden Fall 1AA-Qualität, die andere Blasto konnte ich auf dem Foto nicht so recht beurteilen. Ich glaube aber auch A-Qualität.
    • Alle 5 Eizellen haben es bis zum Tag 4 geschafft zu überleben und interessanterweise waren es an Tag 3 alles 8-Zeller in A-Qualität. Jetzt stellt sich die Frage - liegt's an meinen Eizellen oder liegt es am Labor/der Nährlösung?
    • Direkt nach dem Transfer bekomme ich noch die erste Brectavid 1500 I.E. gespritzt, am Abend spritze ich mir noch Clexane
    • Brectavid soll ich nun noch 2x spritzen, am 01.06. und am 04.06. - aber nur dann, wenn ich keine Überstimulationssymptome habe
  • Do. 01.06.2017 - PU +8, Transfer +3
    • Ich habe zwar einen recht großen Bauch und unendlich viele Blähungen, aber es fühlt sich nicht so wirklich nach einer schlimmen Überstimulation an. Aus diesem Grund spritze ich heute noch einmal Brevactid 1500 I.E. und hoffe, dass diese Nacht nicht ähnlich verläuft wie die letzte. Lefax lege ich auf jeden Fall direkt neben mein Bett
    • Beim Toilettengang erblicke ich im Papier ein wenig Blut aus der Vagina. Es ist allerdings nicht hellrot, sondern sieht eher etwas älter aus. Also keine Einnistungsblutung.
Jo, so schaut es aktuell aus. Ich habe ehrlich gesagt null Gefühl und glücklicherweise bin ich aktuell noch nicht im Warteschleifen-Wahnsinnsmodus und google Symptome. Dieses Mal kann ich mir das auch alles sparen, weil Brevactid meinem Körper eh schon die ganze Zeit auf massive Art und Weise eine Schwangerschaft vorgaukelt. Einen Frühtest kann ich mir auch sparen, weil ich wegen Brevactid auf jeden Fall zwei Linien sehen werde. Nun denn.

Wir haben auf jeden Fall schon mal einen ersten Kassensturz vorgenommen. Durch die zusätzliche Gabe von Gonal F von 250 auf 300 und das Luveris, ist somit auch unser Kurztrip an die Nordsee dahin. Das war es dann wohl mit Urlaub in diesem Jahr. 
Sollte es dieses Mal wieder nicht klappen: Die nächste ICSI könnten wir uns erst Anfang nächsten Jahres wieder leisten - außer wir plündern unsere Altersvorsorge. Aber da hört der Spaß dann bei mir ehrlich gesagt auch auf. Und sowieso. Wenn das nix wird, wollen wir eh nur noch einen Versuch wagen - und denn kann und wollen wir ganz klar erst im nächsten Jahr machen. Die nächsten Monate wollen wir unser Leben vorrangig erst mal wieder genießen und den ganzen Kiwu-Dreck von uns abstreifen. Zudem überlege ich mir auch noch mal eine Dritt-Meinung in einer anderen Klinik einzuholen. Ich habe schon länger darüber nachgedacht - aber nun hat mich eine liebe Leserin noch mal darin bestärkt, weil sie dort nun endlich Erfolg hatte - im Gegensatz zu meiner aktuellen Klinik. (Danke, liebe M. - ich antworte dir auch noch :-)). 

Ich melde mich die Tage wieder und hoffe natürlich inständig, dass ich auch mal zu den Bloggerinnen gehöre, die mal ein Foto von ihrem positiven Schwangerschaftstest zeigen kann!


Und noch ergänzend: ich hatte im letzten Beitrag ja geschrieben, dass meine Klinik nun immer einen Blastozystentransfer anstrebt, weil sie nun eine neue Nährlösung verwenden, in der die Embryonen durchgehend fünf Tage verweilen können. Bislang mussten die Embryonen immer an Tag 3 umziehen, was für die Entwicklung der empfindlichen Embryonen nicht ganz optimal war. Meine Frage an euch war ja, ob andere Kliniken, die Blastozystentransfer durchführen, schon lange die 5-Tage-Nährlösung verwenden und meine Klinik nur hinterherhinkt, oder es wirklich so neuartig ist. Prof. Dr. Lisa hat sich wundgegoogelt und festgestellt, dass da keine Klinik offen drüber spricht. Aber bei wunschkinder.net bin ich dann fündig geworden - ja, es scheint üblich zu sein, die Lösung an Tag 3 zu wechseln. Somit hat meine Klinik dann doch wirklich was innovatives im Einsatz. Schauen wir mal, ob ich dieses Mal irgendeinen Nutzen daraus ziehen kann....

Sonntag, 21. Mai 2017

Wieder mittendrin - 5. ICSI: Stimulation +10

Laaange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Aber es ergeht mir mittlerweile wie vielen anderen Langzeit-Kinderwunschfrauen. Irgendwann hat man keine so große Lust mehr, sich so intensiv mit dem Kinderwunsch-Thema auseinanderzusetzen. Und das tue ich immer zwangsläufig, wenn ich meinen Kinderwunschweg hier im Blog beschreibe.

Das Aufschreiben meines Kinderwunschwegs in diesem Blog war gerade in der Anfangszeit außerordentlich wichtig für mich. Es hat mir sehr geholfen, mich damit intensiv auseinandersetzen zu können. Mit meiner Trauer um meine beiden Sternenkinder, und mit den ganzen Strapazen, die ich im Laufe der letzten 5 Behandlungen auf mich genommen habe. Und dass viele von euch mir hier immer so zahlreich antworten oder mir auch privat schreiben, brachte und bringt mir nach wie vor immer noch sehr viel. Aber dieses Mal war es an der Zeit, dem eigentlichen Leben  - meinem Leben - wieder mehr Vorrang zu geben - auch, wenn ich das Kapitel Kinderwunschbehandlung nach wie vor noch nicht abgeschlossen habe. Aber ich merke für mich selbst, dass es in Ordnung wäre, dieses Kapitel auch einfach mal zu schließen - auch ohne den gewünschten Erfolg.

Ich schreibe das jetzt so taff, aber ich darf euch verraten, dass ich gerade Tränen in den Augen habe. Es ist doch etwas anderes, dieses Ende immer wieder und wieder im Kopf zu durchdenken und mit dem Partner zu besprechen, als es wirklich niederzuschreiben. Da fühle ich dann doch diesen Stich in der Magengrube. Aber wir sind beide mittlerweile an einem Punkt angekommen, wo wir uns ein Ende gesetzt haben. Ich bin gerade mitten in der 5. ICSI (mehr dazu gleich). Und sollte es auch dieses Mal nicht klappen, werden wir maximal nur noch eine ICSI versuchen. Dann ist gut - dann sind wir nicht nur finanziell an unsere Grenzen gegangen, sondern auch psychisch und ich auch physisch. Mehr geht dann einfach nicht mehr. Und zu mehr Behandlungen rät dann auch unsere Ärztin nicht mehr. Ich habe einfach keine Lust mehr, mich immer wieder in meinem Leben einzuschränken (ich würde mich wirklich sehr gerne in einem Sportverein anmelden, aber hier gibt es immer nur längerfristige Verträge), ich würde gerne einen Urlaub planen, ich würde gerne wieder einfach so Konzerttickets kaufen, und ich möchte mein Geld sehr gerne wieder für schöne Dinge für mich/uns ausgeben, statt es in meine Kinderwunschklinik zu tragen. Ich weiß, dass es nach dem Ende der Kiwu auch ein schönes Leben für uns geben kann. Vor einem halben Jahr war das für mich unvorstellbar - ich konnte mir ein Leben ohne Kinder einfach nicht vorstellen. Aber mittlerweile reden wir auch immer öfters davon, wie wir unser Leben planen würden (Segelschein machen und Urlaub am Wasser machen, 4 Mal im Jahr in den Urlaub fahren, Kurztrips unternehmen, Wandertouren und wieder regelmäßig ins Theater, in Museen und in die Oper gehen - und natürlich regelmäßig auf Konzerte gehen (ich vermisse es so sehr!). 

Aber nun zur eigentlichen Behandlung. Ich weiß durch eure Rückmeldungen, dass ihr meine ausführlichen Tagebücher zu den einzelnen Behandlungen sehr schätzt. Die aktuelle Behandlung werde ich euch leider nicht in aller Ausführlichkeit mehr aufschreiben können, weil ich sie ein wenig "verdränge" und sie gerade eher nebenher laufen lassen. Die Eck-Daten schreibe ich euch aber mal auf.

  • Vorab mal wieder ein viel zu langer Zyklus von 38 Tagen (mein Körper hat sich immer noch nicht richtig vom langen Protokoll bei der 4. ICSI erholt und das obwohl wir dazwischen sogar noch einen Kryozyklus hatten)
  • Do. 20.04.2017: 
    • 1. Tag der Periode
  • Sa. 22.04.2017: 
    • 1. Einnahmetag Pille Minisiston
  • So. 30.04.2017:
    • Start Downregulation mit Synarela-Nasenspray (morgens und abends jeweils 2 Hübe)
  • Fr. 05.05.2017: 
    • letzter Tag Pilleneinnahme
  • Mo. 08.05.2017: 
    • Einsetzen der Periode
  • Di. 09.05.2017: 
    • Start Einnahme von Prednisolon gegen meine hohen Antikörper
    • Vorabgespräch mit meiner Kiwu-Ärztin 
  • Do. 11.05.2017: 
    • Blutabnahme
  • Fr. 12.05.2017: Stimutag 1
    • 1. Ultraschall: alles ok; 
    • Start Stimulation mit Gonal F 250 Einheiten
  • Di. 16.05.2017: Stimutag 5
    • 2. Ultraschall und Blutabnahme: mehrere ungleichmäßig große Follikel, ca. 9-10 mm Durchmesser - daher Verdacht auf zu niedriges LH und zudem Steigerung von Gonal F ab dem 17.05. auf 300 Einheiten
  • Mi. 17.05.2017: Stimutag 6
    • Blutergebnisse zeigen zu niedrigen LH-Wert, daher zusätzliche Einnahme von einer Ampulle Luveris notwendig
    • Start mit Luveris direkt nach der Arbeit, also am Abend
  • Fr. 19.05.2017: Stimutag 8
    • Blutabnahme und Ultraschall: 8 gleichmäßig große gewachsene Follikel - ca. 14 mm im Durchschnitt und viele kleine - trotz der Dosis-Erhöhung und Luveris sind die kleineren Follikel nicht mehr mitgezogen; 
    • positiv ist aber, dass 8 Follikel gleichmäßig groß sind; 
    • Annahme, dass Punktion - bei entsprechendem Wachstum - ggf. schon am Montag stattfinden kann. Daher zusätzliche Kontrolle am Sonntag, den 21.05.2017
  • So. 21.05.2017: Stimutag 10
    • Blutabnahme und Ultraschall: 9 gleichmäßig große Follikel - ca. 17,x mm im Durchschnitt. 
    • Follikel sind nicht schnell genug gewachsen - daher morgen noch einmal zur Kontrolle

So schaut es aktuell also bei mir aus. Wirklich optimal läuft die Behandlung gerade nicht. Aber ich warte jetzt erst einmal die Punktion und die Befruchtungsrate und die Eizellqualität ab - danach kann ich den Kopf immer noch in den Sand stecken. Etwas schlimmeres als ein erneutes negativ kann ja nicht bei rauskommen - und darin bin ich ja schon mehr als erprobt drin, gell ;-)

Es gibt eine kleine Änderung bei der Behandlung dieses Mal. Meine Ärztin war auf einem Kongress für Reproduktionsmedizin und hat leider nicht allzu große Erkenntnisse für Implantationsversagen erhalten. Aber es gab wohl sehr überzeugende Ergebnisse zu der Gabe von HCG nach der Punktion., dies soll die Einnistungswahrscheinlichkeit bei spezifischen Patientinnen wohl signifikant erhöhen. Daher werde ich dieses Mal noch in regelmäßigen Abständen etwas HCG spritzen. Aus diversen Foren weiß ich, dass dies in vielen Praxen wohl schon gängige Praxis. 

Weiterhin wurde das Vorgehen bestätigt, bei hohen Antikörpern Clexane nach der Punktion zu spritzen - daher behalten wir das auch dieses Mal bei. 

Und neu ist in unserer Praxis, dass nun grundsätzlich immer ein Blastozystentransfer angestrebt wird (bislang wurde der Blastozystentransfer immer nur bei jüngeren Frauen durchgeführt, die viele und v. a. gut entwickelte Embryonen hatten). Grund hierfür ist, dass man eine neue Nährlösung für die Embryonen verwendet. Früher mussten die Embryonen wohl nach drei Tagen in eine andere Nährlösung umgezogen werden. In dem empfindlichen Stadium wohl ein besonderes Risiko für eine negative Entwicklung. Dies ist bei der neuen Nährlösung nicht mehr der Fall - denn hier können sie bis zum Blastozystenstadium verweilen. Zudem sei eine neue Erkenntnis, dass Embryonen die sich bis zur Blastozyste zwischenzeitlich nicht so gut entwickeln, am Ende aber doch noch eine gute Qualität und erlangen und sich auch einnisten können. (By the way: dies erklärt dann nämlich auch, warum sich mancher 4-Zeller an Tag 3 noch zu einem richtigen Kind entwickelt hat).
Wenn ich ehrlich bin hat mich diese Aussage ein wenig an meiner Klinik zweifeln lassen. Gab es diese Nährlösung bislang nicht auf dem Markt oder gab es sie schon eine ganze Weile und haben den Patienten damit schlechtere Grundbedingungen geboten? Wisst ihr zufälligerweise wie das in eurer Praxis gehandhabt wird? Vielen Dank vorab für euer Feedback :-* 
Ich habe mittlerweile viele Artikel gelesen, dass die Nährlösung eine große Rolle für den Erfolg einer Behandlung spielt.

Nun aber genug für heute geschrieben. Ich weiß noch nicht, ob ich mich wieder zeitnah bei euch melden werden. Wie oben bereits geschrieben, möchte ich dieser Behandlung nicht allzu viel Raum in meinem Leben geben. Sollte ich aber das dringende Bedürfnis haben euch zu schreiben, melde ich mich natürlich. Die Hormone werden mich schon lenken und leiten ;-)
Ich würde mich auf jeden Fall über euer Feedback in Bezug auf die Nährlösung freuen.

Alles Liebe












Dienstag, 28. März 2017

Im Hamsterrad

Ich mag eigentlich gar nicht mehr. Es ist das 5. Mal, dass ich einen Post über mein Leben nach dem Negativ schreibe. Und in aller Regel ist es auch wieder ein Post, der die Vorbereitung für den neuen Versuch beinhaltet. 

Ich bin in einem Hamsterrad gefangen, aber irgendwie auch nicht, weil ich ja jederzeit die Möglichkeit habe das Hamsterrad wieder zu verlassen. Und obwohl mir ein freihes Leben ohne Kinderwunschbehandlungen entgegen lächelt, wähle ich das Hamsterrad. Als Kinderwunschfrau lebt man ja doch ein wenig selbstzerstörerisch. Aber darüber darf man nicht zu intensiv nachdenken ;-)

Wie geht es mir nach dem Negativ?

Zwar besser als nach den anderen Negativs, aber irgendwie leerer und abgestumpfter als sonst.
Mir geht es deshalb besser als bisher, weil die Strapazen sich im Rahmen der Kryobehandlung in Grenzen gehalten haben. Aber auch deshalb, weil ich die Medikamente nach dem Negativ nicht radikal abgesetzt habe. Nach der letzten Behandlung hatte ich ja einen richtigen Nervenzusammenbruch - und ehrlich gesagt, geriet ich nach jedem Negativ in eine kleinere Depression. Leider habe ich meiner Ärztin erst beim letzten Mal davon erzählt. 

Hätte ich das mal besser früher erzählt (oder anders herum: ist es eigentlich nicht ihre Pflicht mich nach meinem Befinden nach dem Negativ zu fragen?). Denn sie meinte, dass die Depression bei einigen Frauen durch das abrupte Absetzen der Hormone kommt. Ich gehöre wohl zu den wenigen Frauen, die sehr empfindlich auf den Östrogen- und Progesteronsturz reagieren. Dies könnte man einigermaßen verhindern, indem man die Medikamente (in meinem Falle Famenita und Progynova 21) langsam ausschleicht. Dies habe ich dieses Mal getan. Ganz ohne Stimmungsschwankungen ging es natürlich nicht, aber immerhin hatte ich dieses Mal keine depressive Episode. Migräne hatte ich an vereinzelten Tagen aber dann trotzdem - aber lieber das als Depressionen. 

Und natürlich fand meine Schilddrüse bzw. der liebe Herr Hashimoto die Hormonschwankungen auch alles andere als witzig, weshalb ich meine L-Thyroxin-Dosis jetzt eigenmächtig von 75 auf erst Mal 88 erhöht habe. Weil das eine richtig gute Idee war (ich bin nämlich fast am Arbeitsplatz eingeschlafen vor lauter SD-Unterfunktion), werde ich meine Dosis morgen auf 100 erhöhen. Mal schauen, wie es sich anfühlt. Bevor jetzt besorgte Kommentare kommen: vor Start der Behandlung hat mein Hausarzt mir empfohlen meine L-Thyroxindosis auf 100 zu steigern, obwohl meine Werte gut sind. Aber aufgrund von anhaltenden Konzentrations- und Gedächtnisproblemen sollte ich erhöhen (weil ich bei den freien Werten noch was Luft nach oben  habe). Ich konnte aber nicht erhöhen, weil meine Kiwu-Ärztin das kurz vor der Behandlung nicht empfohlen hat.

Körperlich macht sich die mürrige Schilddrüse leider auch bemerkbar. Ich sah die letzten Wochen aus wieder wandelnde Tot. Meine Gesichtshaut ist komplett ausgetrocknet und voller Pickel (meine Haut ist normalerweise lupenrein und porzellanartig), ich habe Augenränder so dunkel wie die Nacht und meine Haare bekomme ich nur mit Intensiv-Pflege wenigstens ansatzweise gepflegt. Ich nehme seit 4 Tagen aber wieder hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel zu mir und achte wirklich sehr auf meine Ernährung - daher merke ich auch, dass es wieder aufwärts geht (vermutlich auch Dank der Steigerung von L-Thyroxin). Wenn also irgendein Repro-Mediziner behaupten sollte, dass solch eine Behandlung ganz sanft ist und keine Spuren hinterlässt, dem steige ich echt auf's Dach.

Die Gesundheit geht also wieder aufwärts. Aber in meinem tiefsten Inneren fühlt sich aktuell alles einfach nur leer an. Ich bin mir durchaus bewusst, dass mein körperlicher Zustand definitiv dazu beiträgt. Andererseits habe ich gerade echt wenig Interesse mich mit Freundinnen zu treffen, weil die aber auch alle Kinder haben. Mich interessieren die Kinderprobleme meiner Freundinnen gerade herzlich wenig. Ein ganz lieber Kollege bekommt demnächst sein erstes Kind und erzählt wirklich von nix anderem. Klar, der ist total stolz und überglücklich. Aber ich kann den auch nicht bremsen, weil ich ihm aber auch nicht sagen kann, dass mich das null interessiert. Es ist gerade einfach alles so wahnsinnig anstrengend. Und damit ich aus diesem schwarzen Loch raus komme, schaue ich gerade akribisch nach neuen Hobbys für mich. Yogakurse, Nähkurse, Töpferkurse, Wassersportkurse oder Bootsführerschein (ich wohne am Wasser), Chor, Gesangsunterricht, Theatergruppe, etc. Ich bin fest entschlossen mich mindestens zwei Mal die Woche fest mit zwei neuen Hobbies zu beschäftigen, um den Kopf frei zu bekommen und ganz vielleicht auch neue (hoffentlich kinderlose) Frauen kennen zulernen. Ich muss mich nur noch entscheiden, was ich machen möchte. In erster möchte ich mich gerne wieder im positiven Sinne mit mir selbst beschäftigen und mein innerstes Ich wieder wahrnehmen (um vielleicht mal wieder eine Antwort darauf zu bekommen, was ICH den eigentlich wirklich will).

Na ja, und wenigstens eine gute Sache hat es nach dem Negativ gegeben: ich habe eine fette Gehaltserhöhung bekommen und eine weitere fette Gehaltserhöhung ist dieses, aber spätestens nächstes Jahr in Aussicht. Somit könnte ich eigentlich 10 neue Hobbies starten. Wenn da nicht... ja, wenn da nicht diese verdammt hohen Kosten für die Kiwu-Behandlung wären. Die ganze Gehaltserhöhung fließt also direkt in meine Kiwu-Klinik. Juhu - ik freu mir. Aber dennoch, möchte ich diesen Abschnitt mit etwas positiven beenden. Ja, mein Kiwu-Weg ist beschissen und war auch der Grund, warum ich in einem Job geblieben bin, in dem ich eigentlich nicht bleiben wollte. Aber in diesem Job konnte ich mich während der KiWu-Behandlungen - ohne ernsthafte Konsequenzen zu befürchten - krankschreiben lassen (und das war aufgrund meiner heftigen Überstimulationen leider auch immer notwendig) und ich konnte alle noch so unglücklich gelegenen Termine wahrnehmen. In meinem Coaching habe ich daher beschlossen das beste aus meinem Job zu machen. Und siehe da, mein Job hat angefangen mir wieder Spaß zu machen. Ich habe mich in ganz viele Themen reingehängt und war voller Enthusiasmus. Und das hat sich extrem positiv auf alle Projekte ausgewirkt, die ich betreut habe. Und das wurde wiederum von meinem Chef, aber auch von anderen Personen im Unternehmen wahrgenommen. Und genau deshalb, habe ich diese fette Gehaltserhöhung bekommen. Nennt mich "karrieregeile, weil kinderlose Tussi" - ich bin stolz darauf!

Wie geht es weiter?
Unglaublich aber wahr - wir machen tatsächlich weiter. Vergesst mein Geschwätz von vor der ersten ICSI, wo ich behauptet habe, dass nach 5 Versuchen Schluss ist. Wir machen weiter - vermutlich bis das Geld ausgeht. Wer mich kennt, wüsste jetzt, dass diese Aussage völlig konträr zu meiner bisherigen Lebenseinstellung ist. Denn normalerweise bin ich ein sehr sparsamer, weil vorausschauender Mensch. Ich spare schon seit jungen Jahren für das Alter, bilde Rücklagen etc. Verzichte schon seit Jahren auf den großen Luxus, weil es mir schon immer wichtig war etwas auf der hohen Kante zu haben. Und jetzt bin ich bereit all mein Hab und Gut, all meine Ersparnisse für diesen Kinderwunsch, also für das Vielleicht-Kind aufzugeben. Für dieses immer kleiner werdende Vielleicht, bin ich bereit all meine bisherigen Lebenseinstellungen über Bord zu werfen. Und das weil ich zu der einzig wahren Erkenntnis gekommen bin, dass es mir nichts bringt im Alter vielleicht in einer wunderschönen Finca in Italien zu leben und dafür vielleicht auf ein Kind verzichtet zu haben. Ich könnte diese Finca einfach nicht vor mir selbst rechtfertigen. Da wohne ich doch lieber weiterhin in meiner kleinen Wohnung an einer viel zu lauten Straße und habe dafür vielleicht einmal ein Kind. Denn ein Haus werden wir uns in unserer Stadt selbst bei weiterhin steigendem Einkommen bei den aktuell abartigen Hauspreisen eh nicht leisten können.

Am Freitag wissen wir auf jeden Fall mehr wie es weitergehen wird, weil wir dann wieder in unserer Klinik sind. Ich melde mich dann die Tage wieder und danke auf diesem Wege alle noch mal von ganzem und tiefsten Herzen für all eure lieben Kommentare in den letzten Wochen. Sie haben mir richtig, richtig gut getan!

Alles Liebe!









 

Freitag, 10. März 2017

Kryozyklus: 4 + 1 = 0

4 ICSIs und eine Kryo = null Schwangerschaften.

Wie lange und wie oft wollen wir uns das eigentlich noch antuen...?

Montag, 6. März 2017

Kryozyklus: Transfer +12

Noch zwei Tage, dann hat die Warterei endlich ein Ende.

Symptome die letzten Tage: 
hin und wieder mal ein Mensziehen. Ansonsten nix.
Seit gestern Abend habe ich allerdings das Gefühl, das mein BH jeden Moment platzt. Da ich aber noch nie einen Kryotransfer hatte, weiß ich jetzt auch nicht, ob das nicht vielleicht von den Medis kommt und meine Periode ankündigt. Ansonsten noch Verdauungsprobleme.

Sehr auffällig verhält mein Hund sich allerdings seit vier oder fünf Tagen. Mein Mann darf nicht mehr in meine Nähe. Wenn er das versucht, nimmt der gerade extrem ausgeprägte Beschützerinstinkt meines Hundes sein extremes Ausmaß an. Zuerst haben wir uns natürlich Hoffnung gemacht, aber das dann auch schnell wieder da Acta gelegt. Wir haben einen sehr intelligenten Hütehund. Hin- und wieder probiert er gerne mal neue Verhaltensweisen aus und testet sie bei uns an. Vermutlich ist das wieder so ein Test von ihm, den wir ihm ganz schnell wieder abgewöhnen müssen. Aber wir gönnen uns noch den Spaß bis zum Bluttest (weil wir mit jeder Beschützeraktion von unserem Hund ein klein wenig das Pflänzchen Hoffnung nähren - wenigstens mal ein paar Tage das Gefühl spüren, das man vielleicht schwanger sein könnte).

Ich melde mich dann voraussichtlich wieder mit dem Ergebnis. Bis die Tage und drückt alle fleißig die Daumen :-*

Donnerstag, 2. März 2017

Kryozyklus: Transfer +8

Meine Symptome im Überblick:

Gestern, Transfer +7: keine Symptome

Heute, Transfer +8: den ganzen Tag Unterleibsschmerzen, insbesondere die Eierstöcke. Ich habe den Verdacht, dass sich da meine Mens mit ganz großer Gewalt ankündigt. Heute hatte ich hin und wieder auch den Eindruck, dass meine Brüste etwas angeschwollen sind. Und übel war mir auch den ganzen Vormittag. Besonders nerven mich heute meine Verdauungsprobleme (vielleicht ist das gar kein Mensziehen, sondern kommt vom Darm?)
Mein Resümee lautet: das kommt alles von den Medis, die Periode ist schon in den Startlöchern und diesen Versuch kann ich dann wohl auch abhaken. Oh man...

Montag, 27. Februar 2017

Kryozyklus: Transfer +5

Meine Symptome heute zur Dokumentation:
Den ganzen Morgen und Vormittag enorme Kreislaufprobleme. (Zum Glück habe ich heute noch frei)
Permanentes Ziehen im Unterleib. Beide Eierstöcke schmerzen zudem auch durchgängig.

Heute habe ich bei Dr. Google gelesen, dass diese Symptome alle von Famenita und Progynova 21 kommen. Hmpf...

Mich beschleicht wieder ein bisschen die Panik: Was ist, wenn es auch diesmal nicht klappt? Wie lange und wie oft will ich mir das eigentlich noch antun?

Sonntag, 26. Februar 2017

Kryozyklus: Transfer +4

Ich hatte mir ganz fest vorgenommen, mich dieses Mal nicht in den Warteschleifen-Sog hineinziehen zu lassen. Aber die Warteschleife hat mich voll im Griff.

Symptome:
Ab Mittag/Nachmittag: Müde, müde, müde, weil mein Hashimoto die zusätzliche Hormonzufuhr wohl nicht so witzig findet.

Ein permanentes Ziehen im Unterleib, so als ob meine Periode kommt oder wie ein leichter Muskelkater. Auf jeden Fall total merkwürdig und das hatte ich so in dieser Form definitiv noch nie. Aber zuvor hatte ich den Transfer ja auch immer im Frisch-Zyklus. Das hörte gestern Abend auch plötzlich auf und kam erst beim Gassi gehen mit dem Hund wieder zum Vorschein. 

Und dann weiterhin: relativ starke Schmerzen in der Gegend des linken Eierstocks oder Eileiters. Wobei das auch der Darm sein könnte. Dieser könnte gerade reagieren, weil ich die letzten Tage immer wieder mal Weizenprodukte gegessen habe (sehr clever, die Entzündung ausgerechnet jetzt anzuheizen...)

Und übel ist mir schon die ganze Zeit, aber dieser Zustand hat bereits vor dem Transfer mit Einnahme von Famenita begonnen. 

Fazit: meinem Körper wird gerade vorgegaukelt, dass er schwanger ist und ich falle wieder drauf rein. Kann mir bitte mal jemand behilflich sein, mich mal kräftig mit dem Kopf gegen die Wand knallen zu lassen, damit ich wieder vernünftig werde? Dankeschön :-*

Bis die Tage!

Freitag, 24. Februar 2017

Kryozyklus: Transfer +2

Da bin ich nun - mal wieder in der Warteschleife. Dieses Mal ist sie ein wenig anders, weil ich zum ersten Mal keine Überstimulationssymptome habe.

Der Transfer hat am Mittwoch, den 22.02.17 gegen Mittag stattgefunden - allerdings nicht unter den besten Voraussetzungen. Letzte Woche Montag, den 13.02.17, war ich ja zur Kontrolle beim Ultraschall - an dem Tag hatte die Gebärmutterschleimhaut nur eine Dicke von 7 mm. Aus diesem Grund sollte ich zwei Tage später - also am Mittwoch, den 15.02.17 - noch mal wiederkommen und das Progynova weiternehmen nehmen. Am Mittwoch stellte sich dann jedoch heraus, dass sie noch nicht mal um 0,5 mm weiter gewachsen ist. Dafür war sie aber dreischichtig. Obwohl meine Ärztin mit der Dicke der GS nicht glücklich war, hat sie den Zyklus aufgrund der dreischichtigkeit nicht abgebrochen - diese sei wohl viel relevanter und 7 mm sollten für eine Einnistung ausreichen. Daher sollte ich am Abend mit der vaginalen Eingabe von Famenita beginnen (2x pro Tag). Und mit ASS 100 (1x täglich), weil dies ggf. noch etwas an der GS-Schraube drehen könnte. Am 22.02. sollte ich dann morgens in der Klinik anrufen und nachfragen, ob der Transfer stattfinden würde.

Ich war und bin natürlich nicht sonderlich happy über die suboptimale Ausgangssituation. Natürlich habe ich daraufhin stundenlang mit Dr. Google gesprochen und glücklicherweise könnte mich der liebe Herr Doktor dann auch beruhigen - die Aussage meiner Ärztin stimmt. 7mm reichen aus, wichtiger ist die dreischichtig.

Bis zum Transfertag war ich total entspannt. Einfach deshalb, weil so ein Kryozyklus komplett neben dem Leben herläuft. Ich war gut abgelenkt, habe gearbeitet, Yoga gemacht, Lieblingsserien geschaut. Halt ne ganz normale und unspektakuläre Woche im Winter.

Am Mittwochmorgen wachte ich jedoch schon schlecht gelaunt auf und hatte auch Streit mit meinem Mann. Bis zu dem Zeitpunkt als ich in der Klinik anrief, wo Sie mir zum Glück mitteilten, dass unsere einzige Blastozyste das Auftauen überlebt hat und der Transfer stattfindet. Nachdem ich aufgelegt hatte, fiel mir regelrecht dieser unbewusste Brocken direkt aus meinem Herzen und knallte mit lautem Krach auf den Boden. Ich fing an zu heulen. Erst da merkte ich, wie sich die Anspannung, die sich bereits am Vorabend aufbaute, mit einem Mal gewichen ist.

In der Klinik angekommen, sollte ich zur Beruhigung noch Dormicum einnehmen. Ich hatte mich zuerst geweigert, aber letztendlich war ich dann doch froh es genommen zu haben. Zwei Stunden zuvor hatte ich auch wieder ein Mittel eingenommen, um die Gebärmutter zu beruhigen. 

Der Transfer ging - wie immer - ganz fix. Das einzig blöde war diesmal, dass ich zwar den Katheter auf dem Ultraschall gesehen habe, aber die Blastozyste nicht. Normalerweise haben wir die Eizellen immer gesehen. Dies hat mich dann ein wenig irritiert. Aber meine Ärztin hat mir versichert, dass die Blastozyste wirklich in der Gebärmutter ist. Die Biologin hat ja auch den Katheter überprüft. Jetzt muss ich dieser Aussage natürlich vertrauen. Aber das Gefühl ist trotzdem blöd. Kennt ihr das?

Seit Transfer nehme ich nun zusätzlich zu Progynova 21 (3x1), Famenita (2x200 mg), ASS100 (1x), Prednisolon (1x 5 mg) noch täglich eine Spritze Heparin (20 mg).

Seit Mittwoch habe ich mir auch Urlaub genommen, weil ich in einem Bundesland lebe, indem sehr exzessiv Karneval gefeiert wird und ich bei meinen Kollegen keinen Verdacht schöpfen möchte (wenn ich nach der Arbeit nicht doch noch kurz mit denen feiern gehe). Und nun hocke ich hier und habe den üblichen - wirklich nicht entspannten - Warteschleifenkoller. Es ist doch wirklich jedes Mal das Gleiche.

Und ja, mein Unterleib zieht wie verrückt seit gestern. Ich habe stechende Schmerzen am linken (defekten, weil operierten) Eileiter. Gestern Abend hatte ich über einen etwas länger andauernden Zeitraum unten rechts ein bohrendes Stechen. Was ich diesmal aber überhaupt nicht habe: keine großen, straffen, brennenden Brüste. Nix ist da passiert, wirklich rein gar nichts.
Und ja, nach vier Warteschleifen ist man doch etwas schlauer und weiß, dass das alles nix zu bedeuten hat. Gggrrrrh.

Erst am Mittwoch, 08.03.17 ist Bluttest. Bis dahin bin ich definitiv wieder ein kleines psychisches Wrack. Ich denke, dass ich dieses Mal wieder etwas früher testen werde, um mir den tiefen Sturz beim Anruf mit der negativen Botschaft zu ersparen (oder, um bereits zwei Tage früher zu wissen, dass der Teufel vielleicht einmal so nett ist, mich nicht auszulachen - wäre ja auch mal was).

Ich weiß noch nicht, ob ich mich die Tage melden werde. Spätestens aber mit dem Ergebnis.
Alles Liebe

Dienstag, 14. Februar 2017

Wieder im Kinderwunsch-Zirkus und Rückblick

Lange habe ich mich nicht mehr hier gemeldet.
Grund hierfür war, dass ich einfach dringend Abstand von diesem ganzen Kinderwunsch-Zirkus brauchte und dadurch wieder ein wenig mehr zu mir selbst finde. Seit September 2013 dreht sich mein ganzes Leben nur noch darum, dass wir gerne ein Kind hätten.

Mittlerweile haben wir Februar 2017. Wir beschäftigen uns also schon seit 3 Jahren und 5 Monaten mit unserem Kinderwunsch! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - 3 Jahre!!! Oder um es noch prägnanter auszudrücken: 77 Monate!!!

Das ist doch der absolute Wahnsinn, oder nicht? Mir stellt sich da ehrlich gesagt die Frage, ob ich diesen Weg damals gegangen hätte, wenn ich das vorher gewusst hätte. Hätte ich mir das damals zugetraut? Hätte ich mir diese Kraft zugetraut, die man für diesen Weg benötigt? Ich glaube nicht. Und rückblickend muss ich mich da auch ganz ehrlich mal selber loben - ich bin immer noch da, ich bin nicht zusammen gebrochen und ich habe immer noch den Elan weiterzumachen. Ob das gut oder schlecht ist, das vermag ich gerade nicht zu beurteilen. Ich einigen Jahren werde ich dann wohl wissen, ob der eingeschlagene Weg wirklich der richtige war.

Die letzten 3,5 Jahre waren sehr harte Jahre. Und im Moment fühlen sie sich auch wie die härtesten Jahre an, die ich bislang erlebt habe. Und natürlich haben sie mich verändert. Zum Positiven und zum Negativen. Positiv ist, dass ich Demut gelernt habe. Demut davor, dass ich mein Leben nicht planen kann und Dinge akzeptieren muss. Gleichzeitig - und eigentlich völlig konträr - hat dieser Weg jedoch eine negative Eigenschaft von mir noch einmal deutlich hervorgehoben: meine Kontrollsucht (ich habe mich schon vor dem KiWu-Weg immer scherzhaft "Mrs. Kontrolletti" genannt). Ich habe zwar feststellen müssen, dass ich den Kinderwunsch nicht planen kann, aber ich dachte, dass ich das Ergebnis der Kinderwunsch-Behandlung durch die Kontrolle aller Rahmenbedingungen positiv beeinflussen könnte. Ich wollte, dass meine Kinderwunsch-Behandlungen perfekt ablaufen, habe akribisch auf Einflüsse geachtet, die ich beeinflussen kann (Ernährung, Alkohol, Kaffee, viel Schlafen, Medikation etc.). Zudem habe ich jeden Behandlungsschritt meiner Ärztin akribisch mit Dr. Google hinterfragt und überprüft. Das Schlimmste war, dass ich angefangen habe, meinen Mann zwanghaft unter Kontrolle zu bringen. Ich war so versessen darauf, alles kontrollieren zu müssen, dass ich mich selbst dabei verloren habe. Ich habe mich nicht mehr gespürt und hatte keine Ahnung mehr, wer ich war, was ich wollte und was ich fühle.

Diese Erkenntnis kam nach dem negativen Ergebnis der 4. ICSI. Ich bin zusammen gebrochen - ich hatte schlicht und einfach einen Nervenzusammenbruch. Es ging wirklich nichts mehr. Ich habe einen ganzen Tag lang nur geheult und konnte nicht mehr aufhören. Mein Kopf war gleichzeitig total voll und vollkommen leer. So ein Gefühl habe ich noch nie erlebt. Ich habe viele Tage und Wochen gebraucht, bis ich verstanden habe, was da eigentlich passiert ist. Seitdem habe ich mein Leben angefangen etwas umzukrempeln. Unter anderem habe ich wieder mit Yoga angefangen und muss wirklich sagen, dass es mir wahnsinnig gut tut. Man spürt sich wieder selbst, weil man sich ganz bewusst auf sich selbst konzentrieren muss, in sich hinein horchen muss, seine Grenzen und Bedürfnisse wahrnehmen muss. Ich hätte das schon viel früher machen sollen, aber ich habe es jedes Mal wieder zur Seite geschoben, weil ich ja dachte, dass es sich nicht lohnen würde einen Yogakurs anzufangen. Und warum? Weil ich ja "demnächst" schwanger werden könnte und dann hätte ich einen Yogakurs-Vertrag in der Hand. Was für ein Bullshit - seit 3,5 Jahren denke ich so. Und für was? Für nix.

Da im Moment kein Anfängerkurs in meiner Nähe gestartet ist, habe ich mich eher durch Zufall mal auf Youtube umgeschaut und war völlig überrascht, was es da mittlerweile für ein professionelles Angebot an Sport-Videos gibt. Und auch Yoga-Videos! Es gab also keine Ausrede mehr - ich habe meine Yogahose angezogen und meine erste Yoga-Session über Youtube absolviert und ich muss ganz ehrlich sagen: das geht super damit. Mein Mann hat Anfangs immer geschaut, dass ich die Übungen auch wirklich sauber ausübe. Und jetzt mache ich die Yoga-Sessions alle alleine und habe momentan kein Bedürfnis in ein Yoga-Studio zu gehen. Sollte der Erfolg auch weiterhin ausbleiben und ich Yoga immer professioneller praktizieren, dann werde ich bestimmt ein Yoga-Studio aufsuchen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.
Also Mädels: wenn ihr die gleiche Ausrede wie ich auf Lager habt - die gilt nicht mehr ;-) Und es ist wirklich, wirklich wahnsinnig entspannend!

Aber natürlich will ich euch nicht nur zujammern, sondern es gibt auch einen ganz bestimmten Grund, warum ich mich dann doch wieder zurückmelde. Ich bin wieder im Kinderwunsch-Zirkus. Aber nicht in meiner 5. ICSI, sondern in einem Kryozyklus. Ich habe zuvor noch nie einen Kryozyklus gehabt und bin wirklich sehr positiv überrascht. Man hat überhaupt nicht das Gefühl, dass man gerade eine Kinderwunschbehandlung hat. Ich empfinde die Behandlung gerade überhaupt nicht belastend. Ganz im Gegenteil, die läuft so neben meinem Leben her. Relativ belanglos.

Nun aber mal von vorne, damit ihr auch alle wisst, wo ich gerade dran bin ;-)

Am Freitag, den 3. Februar bekam ich dann netterweise doch endlich mal meine Periode (der zweite Zyklus hintereinander, der über 40 Tage dauerte - langes Protokoll zuvor sei dank).

Am Samstag, den 4. Februar sollte ich dann auch schon in die Klinik zum Ultraschall. Da alles gut aussah, konnte ich auch schon am Samstag mit dem Kryozyklus beginnen.

Vom 4. Februar bis zum 07. Februar sollte ich 3 Mal täglich eine Progynova 21-Tablette einnehmen (morgens, mittags, abends).

Ab dem 8. Februar sollte ich zwei Mal täglich 2 Tabletten Progynova 21 einnehmen (morgens und abends).

Gestern, also am 13. Februar sollte ich dann zum wieder zum Kontrollultraschall. Hier kam leider raus, dass meine Gebärmutterschleimhaut an ZT 11 nur 7 mm aufgebaut ist. Meine Ärztin meinte, dass man damit theoretisch auch starten könnte. Aber sie empfahl, Progynova 21 noch weitere 2 Tage einzunehmen und am Mittwoch wieder zum Ultraschall zu kommen. Wenn dann alles gut aussieht, kommt die zweite Phase mit der Einnahme von Famenita, um die Gelbkörperphase zu starten.

Die Nebenwirkungen sind wirklich erträglich. An den ersten Tagen der Tabletten-Einnahme war mir immer wieder schlecht und mein Unterleib hat echt ordentlich gearbeitet. Zudem habe ich vermehrt Blähungen. Aber das ist wirklich ein Spaziergang, im Gegensatz zu einer ICSI.

Wie ist meine Einstellung zu dem Behandlungszyklus? Seltsam und komplett anders als sonst. Ich hege weder große Hoffnungen, noch bin ich total pessimistisch. Dennoch gehe ich irgendwie positiv und gelassen an diese Behandlung. Letztendlich kann man sagen, dass ich meine Erwartungshaltung auf einem gesunden Level halte. Wenn es klappt, wäre das natürlich fantastisch. Aber ein Negativ würde mich bei dieser Behandlung vermutlich nicht so schwer treffen, wie bei einer ICSI. Einfach, weil die Behandlung nicht so anstrengend ist.

Ihr seid mir wirklich alle sehr ans Herz gewachsen. Aber so langsam möchte ich diese Kinderwunsch-Blogwelt gerne verlassen, weil ich einfach keine Lust mehr habe über meine Behandlungen zu schreiben. Es ist einfach so mühselig, immer und immer wieder den gleichen Mist durchzumachen. Und immer wieder die gleichen Hoffnungen und Niederschläge zu erleben.
Mal sehen, was das Leben in diesem Jahr für mich bereit hält. Ihr hört die Tage von mir.

Alles Liebe!












Freitag, 30. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016 - Danke, dass du endlich vorbei bist

2016 - nur noch knapp 1,5 Tage. Dann haben wir beide es endlich geschafft. Du und ich, das war keine besonders gute Liaison. Von Anfang an war da der Wurm drin. Bereits am 1. Januar 2016 starteten wir mit der 2. ICSI, die natürlich prompt negativ endete. Wie die dritte und vierte ICSI ausgegangen ist, wissen wir ja beide. Und meine Ehe wäre beinahe auch noch in die Brüche gegangen. Ganz toll hast du das gemacht, 2016 - einfach mal so mein Leben durchgerüttelt und dich immer wieder mit dem Teufel verbündet und das Engelchen verjagt. Bravo! Nun denn, du bist ja bald vorbei. Und aus diesem Grund bin ich nun wieder ganz zuversichtlich. Ich drücke morgen Nacht, wenn das Sylvesterfeuerwerk ab 0:00h im vollen Gange ist, einfach mal auf Neustart. Bei meinem PC auf der Arbeit hilft das ja auch immer. Vielleicht klappt das ja auch mit meinem Leben, dem Kinderwunsch und anderen noch fehlenden Dingen in meinem Leben.

1.      Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Ich tendiere zu einer 3, auch wenn es einige schöne Momente gab. Aber, wenn ich zurückblicke, dann sind die Kinderwunschbehandlungen und die Streitereien mit meinem Mann doch sehr omnipräsent, weil sie einfach wahnsinnig viel Raum und Zeit eingenommen haben. Eigentlich war ich in 2016 permanent in einer Kinderwunschbehandlung - hmpf.

2.      Zugenommen oder abgenommen?
Gleich geblieben.

3.      Haare länger oder kürzer?
Minimal kürzer - aber immer noch lang.

4.      Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Weitsichtiger - nicht nur tatsächlich auf die Augen bezogen, sondern auch bezogen auf das Leben. Ich habe dieses Jahr - auf sehr harte Art und Weise - gelernt, dass ich gelassener werden muss und meinen Kontrollwahn loslassen muss.

5.      Mehr Kohle oder weniger?
Ein bisschen mehr Geld verdient, aber ein vielfaches MEHR an Kohle ausgegeben. Der Sommerurlaub war wahnsinnig teuer und die Kosten der vierten ICSI betrugen ca. 9.000 EUR. 

6.      Besseren Job oder schlechteren?
Der Job ist der gleiche geblieben, aber ich wurde befördert und meine Aufgaben haben sich zum Glück auch zum besseren verändert. Ich bin im Moment sehr gefragt in meinem Unternehmen und werde dort sehr geschätzt. Zudem engagiere ich mich freiwillig bei unternehmensübergreifenden Themen mitzuarbeiten. Das macht mich deutlich zufriedener und ich gehe mittlerweile wirklich sehr, sehr gerne zur Arbeit.

7.      Mehr ausgegeben oder weniger?
Puh - deutlich mehr. Siehe Frage 5.

8.      Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Keinen Gewinn oder so. Aber dafür bin ich um sehr viele Erfahrungen reicher geworden:

- Man kann sein Leben nicht kontrollieren
- Man kann keine Kinder erzwingen
- Eine gut funktionierende Beziehung ist harte Arbeit
- Ärzte sind auch nur Menschen
- Der Teufel ist ein Arschloch
- Das Engelchen ist nicht immer da, wenn man es braucht
- Der Kinderwunschweg ist ein Arschloch

9.      Mehr bewegt oder weniger?
Irgendwie hat sich 2016 wie ein Stillstand angefühlt. Und das in vielerlei Hinsicht. Der Kinderwunschweg ist stagniert. In meiner Ehe haben wir uns dieses Jahr viele Monate in eine falsche Richtung entwickelt, aber diese Phase hat uns am Ende auch deutlich weiterentwickelt. Wir haben eine neue Dimension in unserer Beziehung erreicht. Letztendlich ist das auch etwas positives. Meine Freundschaften und generell meine Hobbies, habe ich dieses Jahr aufgrund des Kinderwunschwegs ordentlich brach liegen lassen. Das muss ich in 2017 unbedingt ändern.

10.  Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Krankgeschrieben war ich immer nur wegen der Kinderwunschbehandlungen (und das aber echt häufig). Eine Grippe hatte ich während meines Urlaubs. Und ansonsten war ich immer nur NACH den Kiwu-Behandlungen krank, weil mein Körper und insbesondere meine Schilddrüse das abrupte Abbrechen der Hormoneinnahme überhaupt gar nicht witzig fanden.

11.  Davon war für Dich die Schlimmste?
Die Hormon-Talfahrten nach den ICSIs. Das hat bei mir wirklich IMMER zu teils heftigen depressiven Phasen geführt. Und mein Hashimoto und mein Lichen Sclerosus fanden das auch überhaupt nicht witzig und haben es mir mit ordentlichen Schüben gedankt.

12.  Der hirnrissigste Plan?
Fällt mir gerade keiner ein.

13.  Die gefährlichste Unternehmung?
Fällt mir keine ein.

14.  Die teuerste Anschaffung?
Die vierte ICSI, der Urlaub und ein Vitamix :-).

15.  Das leckerste Essen?
Dieses Jahr habe ich ganz viele neue Dinge ausprobiert, weil ich aufgrund meiner Autoimmunerkrankungen meine Ernährung umstellen musste. Tolle Rezepte habe ich bei der wundervollen Bloggerin (und mittlerweile auch Buchautorin) Deliciously Ella gefunden. Aber auch die Sendung Ernährungs-Docs vom NDR hat mich noch einmal darin bestätigt, dass eine Ernährungsumstellung sehr wohl meine Autoimmunerkrankungen beeinflussen kann. Ich habe keine Ahnung, ob eine Ernährungsumstellung Auswirkung auf den Hashi hat, aber beim Lichen Sclerosus merke ich es total. Sobald ich Zucker, Alkohol, Getreide, Schweinefleisch und viele Milchprodukte konsumiere, bricht er wieder aus und meine Vagina zerstört sich selbst.

16.  Das beeindruckenste Buch?
Die beiden Kochbücher von Deliciously Ella

17.  Der ergreifendste Film?
Puuh, ich habe dieses Jahr wahnsinnig viele gute Filme gesehen. Einen Favoriten habe ich gerade nicht. Aber berührt hat mich der Film "Gefühlt Mitte Zwanzig", weil er - eigentlich eher nebensächlich - das Thema ungewollte Kinderlosigkeit behandelt und zeigt, was mit einem Paar passiert. Vordergründig geht es überhaupt nicht um das Thema ungewollte Kinderlosigkeit, aber am Ende wird klar, dass alle Dinge nur deshalb so gelaufen sind, weil das Paar von der ungewollten Kinderlosigkeit betroffen ist. Wenn ich mit diesem Thema nichts am Hut hätte, hätte ich den Film sehr schlecht gefunden, weil die Story eigentlich nicht gut ist. Aber, wenn man Betroffene ist, dann liest man den zwischen den Zeilen und versteht ihn in seiner vollen Gänze.

18.  Die beste CD?
Clueso - Standrandlichter. Und hier insbesondere das Lied: Lass den Kopf nicht hängen

19.  Das schönste Konzert?
Leider auf keinem einzigen Konzert, weil ich mich getraut habe Tickets zu kaufen (ich hätte ja schwanger sein können - haha).

20.  Die meiste Zeit verbracht mit?
Mit meinem Mann und meinem Hund

21.  Die schönste Zeit verbracht mit?
Trotz vieler sehr schlechter Tage - mit meinem Mann. Und  natürlich mit meinem Hund ;-)

 22. 2016 zum ersten Mal getan?
Einen Smoothie in einem Hochleistungsmixer zubereitet (ich  bin total begeistert von meiner ersten hochpreisigen Küchenmaschine - dem Vitamix ;-)).

23.  2016 nach langer Zeit wieder getan?
Im Kino

24.  Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Negativs, Ehekrise, das Wissen um die Abtreibung meiner Schwester

25.  Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Das ich recht habe ;-)

26.  Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Liebe geschenkt?

27.  Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Liebe

28.  Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich liebe dich und ich bleibe bei dir.

29.  Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich liebe dich, trotz der ganzen Scheiße hier.

30.  Dein Wort des Jahres?
Liebe

31.  Dein Unwort des Jahres?
Negativ

32.  Deine Liebglingsblogs des Jahres?
Ich habe all eure Blogs (siehe Blogroll) in diesem Jahr sehr gerne gelesen, auch wenn ich nicht (bzw. selten) kommentiere.
Besonderen Mut hat mir in diesem Jahr der Blog von prinnii gegeben. Sie war so tapfer und hat trotz der vielen Niederschläge immer daran geglaubt, dass ihr größter Wunsch irgendwann erfüllt werden wird. Und der Wunsch ist dann auch in Erfüllung gegangen :-).

Eine tapfere Entscheidung hat dieses Jahr auch meine liebe Wünschi getroffen. Auch, wenn sie den Kinderwunsch-Kreis verlassen hat, werde ich sie noch weiter begleiten. Wer weiß, vielleicht werde ich demnächst mit ihr in den Kreis der "anderen" Frauen ziehen.

Sehr positiv überrascht hat mich der Blog-Neuankömmling Tina Wünsche. Sie schreibt auf eine wundervolle Weise rückblickend ihren kompletten Kinderwunschweg auf. Am Ende führte ihr Kinderwunsch-Weg über eine Samenspende zum Glück. Die Art und Weise wie sie schreibt, beeindruckt mich wirklich sehr. Und interessanterweise hat sie mich durch ihren Blog auch noch einmal darin bestärkt, dass dieser Weg (Eizell- oder Samenspende) nicht der richtige Weg für uns wäre. Wer sich also mit der Frage "Samenspende ja oder nein" beschäftigt, dem kann ich diesen Blog nur wärmstens ans Herz legen. Meinem Mann und mir schwirrten immer wieder viele Fragen zum Thema Adoption, Samenspende etc. im Kopf herum. Die essentiellste aller Fragen von uns lautet natürlich: wie weit wollen wir für unseren Kinderwunsch gehen - was ist der richtige Weg für uns, was passt zu uns? Tina hat uns durch ihren Blog dieses Jahr viele gute Denkanstöße gegeben, die uns geholfen haben eine klare Entscheidung treffen zu können, wo unser Weg aufhören wird. Vielen Dank dafür, Tina :-*

Das war es dann also mit 2016. Ich wünsche euch allen noch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und für all diejenigen, bei denen 2016 genauso blöd war wie bei uns - lasst uns am Sonntag alle auf den "Neustart"-Knopf drücken.

Liebe Grüße - wir lesen uns in 2017 wieder!
Lisa

Sonntag, 25. Dezember 2016

1. Tag vom Weihnachtsmarathon geschafft

Punkt 0:00h beginne ich diesen Post und bin froh, dass Heilig Abend rum ist.

Mal wieder ein Weihnachten ohne Kind bzw. Kind im Bauch. Je öfters sich dieses Weihnachten als ungewollt kinderlose wiederholt, desto mehr stirbt meine Hoffnung, dass wir das nächste Mal vom Storch berücksichtigt werden. 

Dieses Weihnachten ist richtig schlimm für mich. Wir haben es bei meiner Schwester gefeiert und ich musste mich sehr zusammen reißen, meine gute Miene zum bösen Spiel nicht zu verlieren.

Wenige Tage nach meinem Negativ war mein Lieblingsmann mit dem Mann meiner Schwester auf Sauftour. Im Suff erzählte er - aus dem Nichts - meinem Mann, dass meine Schwester letztes Jahr ein Kind abgetrieben hat. Grund war, dass sie ihre Familienplanung bereits abgeschlossen hatten und es einfach nicht in ihre Lebensplanung passte. WHÄM ............. 
Mein Schwager hat meinen Mann dann darum gebeten, dass er es bitte für sich behalten soll. Mein Mann konnte das zum Glück aber nicht und hat es mir erzählt. Wie tief das Loch war, in das ich gefallen bin, muss ich euch bestimmt nicht erzählen. Es war verdammt tief, so richtig, richtig tief. 

Wie ihr aber auch schon von mir wisst, wissen nur sehr wenige Menschen um unsere Situation. Aus meiner Familie weiß es keiner. Und das hatte ich eigentlich vor zu ändern. Ich wollte mich eigentlich meiner Schwester anvertrauen. Aber wie kann ich jemandem etwas über meine ungewollte Kinderlosigkeit erzählen, wenn er selbst das gegenteilige Problem hat?

Mittlerweile ist mir auch vieles klar geworden. Meine Schwester hatte letztes Jahr ein richtig übles Burn-Out und konnte auch nicht mehr zur Arbeit gehen. Bis heute schleppte sie immer irgendwas mit sich rum, sie war und ist ein psychisches Wrack. Heute ist mir natürlich klar, woher das alles rührt. Das alles wurde ausgelöst durch die Abtreibung. Ich kenne meine Schwestee sehr gut, normalerweise ist sie nicht der Typ für eine Abtreibung. Ich vermute, dass sie sich da ein wenig von ihrem Mann hat unter Druck setzen lassen und danach erkannt hat, was sie da eigentlich gemacht hat.
Seit einigen Wochen will sie sich unbedingt mit mir treffen - aber ich kann das nicht. Auch heute sprach sie wieder davon, wie schlecht es ihr geht, wenn wir alleine waren. Früher hätte sofort nach dem Grund gefragt. Aber jetzt kenne ich den Grund und kann nicht nachfragen.

Ich kann sie nicht trösten. 
Ich kann ihr nicht sagen, dass es die richtige Entscheidung war und sie aufhören muss, sich selber Vorwürfe zu machen.
Ich kann ihr nicht sagen, dass ich sie dafür nicht verurteile.
Ich kann ihr nicht sagen, dass es richtig war sie für den bequemeren Weg zu entscheiden.

Statt dessen möchte ich ihr am liebsten mitteilen, wie sehr ich sie dafür hasse.
Wie sehr ich sie dafür verurteile, dass sie ein Kind hat abtreiben lassen, obwohl es aus finanzieller, beruflicher und wohnlicher Sicht keinen einleuchtenden Grund dafür gab. Beide sind alt genug, haben so gute Jobs, dass eigentlich nur einer arbeiten muss. Das Haus hätte auch noch Platz für ein Kind gehabt. Fuck Off!

In was für einer beschissenen Welt lebe ich eigentlich, wo selbst die eigene Schwester ein Kind abtreibt. Der Teufel lacht mich ganz persönlich aus, oder nicht?

Ich war heute verdammt froh, dass meine Schwester das Thema nicht angesprochen hat. Ich glaube, ich hätte sie angeschrien und es wäre verdammt böse geendet.

Andererseits kann ich mich aber auch glücklich schätzen, dass meine Schwester das Kind nicht zur Welt gebracht hat. Ich glaube, diese Situation hätte mich richtig fertig gemacht. Zu wissen, dass meine Schwester ungewollt noch mal schwanger wurde und sich zähneknirschend für das Baby entschieden hätte. Dieses Weihnachten wäre auch richtig übel geworden. Denn dann wären auch wieder ganz viele Kommentare in unsere Richtung gekommen. Warum wir denn nicht und so... - ihr wisst schon.

Es tut mir leid, dass ich mich an Weihnachten so bei euch ausheule. Aber das musste unbedingt raus - sonst wäre ich explodiert.

Ich wünsche euch noch schöne Festtage und melde mich die Tage noch mal bei euch 😘



Donnerstag, 10. November 2016

PU +16, TF +13 - man kann sein Glück nicht erzwingen

Morgen ist erst der Bluttest. Aber weil der Bauch bis gestern Abend immer dicker wurde und die Brüste fast aus meinem BH geplatzt sind, war ich extrem guter Dinge. Diesmal waren wir an der Reihe. Die Voraussetzungen waren excellent, das Wetter spielte mit und mein Körper und der Geist waren bereit.

Und deswegen habe ich mich auch getraut, heute morgen einen Frühtesr zu machen. Und das obwohl die Symptome gestern Abend plötzlich ein wenig zurückgegangen sind. 

Auch heute keine zweite Linie zu sehen. Noch nicht einmal ein Hauch. 
Mein Körper hat mich wieder auf ganzer Linie verarscht. Ich weiß irgendwie noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Fest steht aber jetzt schon, wir werden weiter machen. 

Ich weiß noch nicht, wann ich mich das nächste Mal melde. Ich denke, ich brauche ein wenig Abstand von dem Thema.

Montag, 7. November 2016

PU +14, Transfer +11 - ist die Überstimulation zurück gekehrt?

Ich habe gehofft, so sehr gehofft, dass die Überstimulation gegen Transfer +10 wieder zurück kommt. Dies ist meist DAS Zeichen dafür, dass sich HCG im Körper bildet. 
Und als sie dann vorgestern an PU +12 und Transfer +9 tatsächlich wieder kam, habe ich still und heimlich angefangen zu hoffen. Meine Brüste wurden wieder praller, die Übelkeit am Morgen war auch wieder da und der Bauch wurde wieder unangenehm groß. Und die Eierstöcke zogen einmal links, einmal rechts im Wechsel. Es zog ordentlich in meinem Urlaub.

Gestern (PU +13, TF +10) schien der Spuk dann wieder vorbei zu sein. Der Bauch war noch da, aber nicht mehr so aufgebläht wie gestern und spannte auch nicht mehr. Und die Eierstöcke spürte ich auch nicht mehr. Kein bisschen. War es das schon wieder - nur dieses Mal zwei Tage später? Das Phänomen hatte ich bislang ja bei jeder ICSI.

Heute (PU +14, TF +11) wachte ich wieder mit Bauch auf, aber wieder keine Schmerzen. Beim Aufstehen bin ich dann fast hingeflogen, weil mir der Kreislauf weggebrochen ist. Aber auch heute wieder - keinerlei Eierstockschmerzen. Heute Morgen hatte ich ein längeres Ziehen im Unterleib, dass sich so anfühlt als wenn die Mens kommt. Im Büro merkte ich dann, dass mein Bauch immer größer wurde und die Brüste fühlen sich an, als wenn sie noch größer geworden sind. Der BH spannt ordentlich. Heute Abend ist der Bauch riesig und ich habe das Gefühl ordentlich aufgebläht zu sein. Aaaaber - und das macht mich stutzig: die Eierstöcke merke ich nicht. Kein Ziehen, kein Zwacken - NICHTS! 
Was zum Geier ist das? Ist das einfach nur eine verdammte Verarschung von meinem Körper? Finde ich nicht witzig. Oder ist das eine Überdtimulation? Wenn ja, kommt die durch ein Winziges Etwas, das HCG produziert oder habe ich einfach nur Pech und sie kommt bei mir auch ohne HCG wieder?

Ich werde langsam wahnsinnig. Und ja, ihr sagt jetzt bestimmt, dass ich jetzt schon locker testen könnte. Aber ganz ehrlich? Ich traue mich nicht. Ich habe so eine riesige Angst davor, dass es wieder negativ endet. Wenn dem so wäre, würde mir mal wieder der Boden unter den Füßen entrissen werden und ich würde ins bodenlose fallen. Und das will ich ganz bestimmt nicht mitten in der Woche. Der Bluttest ist erst am Freitagmorgen, Ergebnis erfahren wir am Nachmittag. Ich habe mit meinem Mann vereinbart, dass ich es erst am Abend nach der Arbeit erfahren möchte und er anrufen soll. Wenn es wieder schief geht, kann ich dann wenigstens das ganze Wochenende durchheulen. FUCK - das ist so eine beschissene Situation in die man sich da freiwillig begibt. Aber wir wissen ja alle, wieso wir uns das antun...

In diesem Sinne - ich wünsche euch einen schönen Abend!