Dienstag, 15. Juli 2014

Mieser Tag

Ihr Lieben,

die letzten Tagen ging es mir, trotz Regenwetter und erster Periode nach der Operation (= Miese Laune-Garant!), richtig gut. Ich hatte gute Laune und das Thema "Kinderwunsch" lag alles andere als schwer auf meinen Schultern.

Aber heute ist irgendwie der Wurm drin. Es fing damit an, dass ich viel zu früh aufgewacht bin und damit auch viel zu wenig geschlafen habe. Und dann ging es auf der Arbeit direkt weiter. Ich habe gerade wieder ganz viele nervige Themen an der Backe und merke mal wieder wie unzufrieden ich eigentlich mit meiner Chefin bin. Alle sch*** Themen werden gerade bei mir abgewälzt, weil meine Chefin nicht in der Lage ist, sich darum zu kümmern.
Aber im Laufe des Tages kippte meine Laune noch weiter. Bislang dachte ich die ganze Zeit, ich wüsste den Grund nicht und hätte einfach nur so eine Stimmungsschwankung. Aber gerade beim niederschreiben dieses Posts blitzt es gerade vor meinen Augen auf: beim Holen meines Tees in der Kaffeeküche habe ich meine hochschwangere Kollegin getroffen, die beim Gespräch mit einer anderen Kollegin, liebevoll ihren dicken Bauch gestreichelt hat. BÄHM.... es trifft mich gerade wie ein Schlag ins Gesicht, dass diese vermeintlich unbewusste Beobachtung meine Laune plötzlich in den Keller sinken ließ. Ist das jetzt gut oder schlecht, dass mir das gerade beim Schreiben dieses Posts ins Bewusstsein gelangt?

Nun denn, ich habe gerade wieder eine Blogrunde gemacht und hatte bei einigen eurer Beiträge Tränen in den Augen: insbesondere bei Kayas Blog (http://pcoundcogegensupakaya.wordpress.com), den ich heute das erste Mal gelesen habe. Sie ist endlich schwanger, wartet aber ganz ungeduldig auf die erste Ultraschalluntersuchung. Von mir sind definitiv alle Daumen gedrückt!

Mädels, ich habe bei euren Blogs so oft Pipi in den Augen! Was manche von euch schon durchgemacht haben - das wünsche ich noch nicht mal meinem ärgsten Feind. Diese ständigen Berg- und Talfahrten. Ich bewundere jedes Mal, wie gut ihr damit umgeht. Und hoffe, dass ich - sollte ich noch weitere Tiefs erleben müssen - das alles ähnlich gut hinbekomme wie ihr.

Ein bisschen aufgeregt bin ich übrigens auch, denn am Donnerstag haben wir unseren ersten Termin in einer der beiden präferierten Kinderwunschkliniken. Ich bin ja so gespannt und gleichzeitig habe ich auch Angst. Denn dann ist es offiziell und kann es auch nicht mehr verdrängen: auf natürlichem Wege geht es erst Mal nicht mehr weiter. Und nun gehe ich den Schritt, den ich mir bis vor drei Monaten noch nicht mal ansatzweise hätte vorstellen können: eine künstliche Befruchtung! 

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich eigentlich immer etwas gegen eine künstliche Befruchtung und mir fest vorgenommen, dass ich diesen Weg niemals gehen würde. Aber ich hatte mich auch nie ernsthaft mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ich dachte ernsthaft, dass die Embryonen über einen längeren Zeitraum in einem Reagenzglas wachsen. Und wenn man "künstliche Befruchtung" bei der Bildersuche von Google eingibt, dann findet man übrigens auch solche Bilder mit einem mehrere Wochen alten Embryo im Reagenzglas. Meine Vorurteile kamen bis vor kurzem also scheinbar nicht von irgendwoher. Vermutlich gab es Titelschlagzeilen, die genau das dargestellt haben. Und dieses Bild hat sich bei mir festgebrannt, was dann zu diesen eklatant falschen Vorurteilen geführt hat. Heute ärgere ich mich über meine eigene Ignoranz. Hoffentlich ziehe ich meine Lehre daraus und urteile nicht mehr vorschnell über irgendetwas, mit dem ich mich noch nicht näher beschäftigt habe.

So, ich höre jetzt mal auf mit meinem Geschwafel ;-)

Ich wünsche euch noch einen schönen Restabend,

Lisa

Kommentare:

  1. Hallo Lisa, dass du dir nicht vorstellen konntest den Weg der künstl. Befruchtung zu gehen - mehr als verständlich...Hanni hat das damals gut ausgedrückt: weil ich irgendwie darüber gejammert hab - wir MÜSSEN diesen Weg gehen. Ja stimmt ja irgendwo, aber sie hat gesagt sie sieht es jedes Mal als Chance. Und da hat sie recht. Es ist eine Chance für uns ♥ vielleicht hilft dir das auch ein bisschen.
    Trotzdem - ich persönlich und mein Mann wir hatten uns drei Versuche als Limit gesetzt. Tja jetzt haben wir schon 5 hinter uns....es ist einfach nicht vorhersehbar was passiert...leider, ich täte mir auch leichter damit, endlich zu wissen was richtig und gut ist ;)
    Lass dich nicht unterkriegen und für deinen Termin wünsche ich dir alles Gute!

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Lisa, ich kann dich so gut verstehen. Auch ich war anfänglich absolut geplättet davon, dass wir diesen oder keinen Weg für unser Kind gehen müssen. Ich war aber auch dem Ganzen gegenüber nicht voreingenommen. Vielleicht war das gut? Zumindest sind wir an die Sache total unbedarft gegangen. Haben es gemeinsam durchgezogen. Nachdem klar war, dass wir das so zusammen machen wollen, haderten wir auch nicht weiter mit unserem Schicksal. Klar, es war nicht leicht, aber irgendwo kam da eine Kraft her, dass wir wussten, dass wir das gemeinsam schon durchstehen würden (und nicht dass es klappen würde, denn da machten wir uns nichts vor!). Vielleicht kann ich dir zumindest damit helfen, dass es jetzt überhaupt keine Rolle mehr spielt, wie unser Kind entstanden ist. Es ist da. Wächst in meinem Bauch und diese Behandlung ist komplett in weite Ferne gerückt. Man denkt nicht mehr dran, genauso wenig wahrscheinlich, wie diejenigen, bei denen es natürlich klappt. Die sitzen da vermutlich auch nicht jeden Tag beieinander und erzählen sich vom Moment der Empfängnis...
    Wenn es klappt, dann wirst du es einfach toll finden und dieses Baby lieben. Und das ist doch das Wichtigste!
    Alles Liebe
    Penny

    AntwortenLöschen